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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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Einleitung: Alena Diedrich, Julia Hoffmann, Niels Penke

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6 Inhaltsverzeichnis Alena Diedrich ,Bodylanguage‘ and Mimikry of Voice. Les Murrays Translations from the Natural World .................................................................................................... 177 Kristin Eckstein Füchse in der japanischen Folklore: Vom Mythos zum Manga ....................... 197 Jana Mikota „Hunger nagte an Kalliks Eingeweiden und ihre Tatzen zitterten vor Erschöpfung“: Oder die vielfältigen Funktionen des Bären in der Kinder- und Jugendliteratur ............................................................................................ 221 Einleitung Alena Diedrich, Julia Hoffmann, Niels Penke Am Anfang stand ein Gespräch über Affen. Angeregt durch Rupert Wyatts Rise of the Planet of the Apes (2011, dt. Pla- net der Affen: Prevolution) ergab sich die Erörterung von Darstellungsformen, Charakterisierungen und Codierungen, die am konkreten Beispiel eine interes- sante Ausdifferenzierung erkennen ließ. Der unspezifische Kollektivsingular ,Affe‘, wie er seit der antiken Fabel konventionalisierte Eigenschafts- und Be- deutungszuschreibungen erfahren hatte, wurde durch die Vielfalt der Arten auf- gebrochen und durch ein breiteres Bedeutungsspektrum an kulturellen Semanti- ken ersetzt. Ähnliches lässt sich auch für andere Tierdarstellungen bestätigen, die trotz ihrer Stereotypisierung durch Fabel, Märchen und Emblematik und einer jahr- hunderte- oder jahrtausendelange Wirkungsgeschichte eine geradezu ,arche- typische‘ Bedeutung angenommen hatten. Das ,Archetypische‘ besteht in einer fixierten Form kulturellen Wissens des zeitlichen Ausgangspunktes, das deshalb kaum oder gar nicht durch spätere wissenschaftliche Erkenntnisse relativiert wird – und u.a. in Redeweisen vom ,schlauen Fuchs‘ erhalten bleibt. Dieses qua- si zeitlose, sich aus der Naturbeobachtung begründende ,Wissen‘, verschleiert dabei, dass es zunächst von Menschen in Form genuin menschlicher Kategorien in diese ,Natur‘ hineingelegt wurde, um dann zu menschlichen Selbstbeschrei- bungszwecken...

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