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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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»Ein Zerrbild der Hunde« als Zerrbild bürgerlicher Normativität. Der Mops in den skandinavischen Literaturen des 19. Jahrhunderts (Andersen, Bang, Ibsen, Strindberg): Niels Penke

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76 Silke Förschler ähnliche Auffassung von Natur, als einer aus vielen Einzeldingen zusammenge- setzten Struktur, die es zu erkennen gilt, ablesbar ist, lassen sich doch auch Dif- ferenzen in den jeweiligen Tierdarstellungen finden. So entspricht die Anord- nung der Tiere als Ganzes und als Skelett bei Buffon dem seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts etablierten Paradigma der Anatomie. Die Grafiken der Histoire naturelle erlangen ihre Evidenz durch Reihung der unterschiedlichen Ansichten vom lebenden und vom toten Tier; die Darstellung als Skelett setzt die wissenschaftliche Praktik der Anatomie und Konservierung voraus. In Buffons Werk liegt das Augenmerk auf dem Unterschied zwischen dem ganzen Tier und seinem Knochengerüst, der umgebende Raum ist durch Podeste, Sockel und Architektur definiert. Menschliche Präsenz findet sich sowohl in den Dar- stellungen der lebenden Tiere als auch der Skelette. Zu einem ähnlichen Grad ist auch die Relation zwischen Tier und Raum in den Gemälden Oudrys inszeniert. Das Besondere ist hier, dass die umgebende Landschaft, die ebenso wenig wie bei Buffon dem Lebensraum der Tiere entspricht, eher auf Charakteristisches der Tiere verweist und weniger kulturelle Besonderheiten betont. Die Anwesen- heit von Zeichen menschlichen Schaffens ist auf der motivischen Ebene in Oudrys Gemälden nicht zu finden. Jedoch schafft er mit der unterstützenden Be- zogenheit des Raums auf das Tier eine Betrachterposition, die ganz auf das be- obachtende und erkennende Subjekt ausgerichtet ist und damit der Betrachterrelation in der Menagerie und in Versuchsanordnungen der Anatomie entspricht. Abbildungsnachweise Abb. 1: Postkarte, National Portrait...

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