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Jugendsprache im Deutschunterricht

Erscheinungsweisen im Schulalltag und Perspektiven für den Unterricht

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Anka Baradaranossadat

Jugendsprache wird in der Öffentlichkeit noch immer kontrovers diskutiert: Auf der einen Seite wird die Originalität der jugendsprachlichen Ausdrucksweisen betont, auf der anderen Seite werden Sprachdefizite bei Jugendlichen beklagt. Die Untersuchung geht den Fragen nach, in welchen Erscheinungsweisen und mit welchen Funktionen jugendsprachliche Äußerungen im speziellen Handlungsfeld von Schule und Unterricht tatsächlich verwendet werden, wie Lehrkräfte sie wahrnehmen und ob und wie Jugendsprache im Deutschunterricht thematisiert werden kann. Fallstudien, die auf Daten aus der Schule basieren, zeigen, wann Schülerinnen und Schüler bevorzugt auf «ihre» Sprache zurückgreifen und wo diese von Lehrkräften als unpassend wahrgenommen wird. Anhand der Vorgaben der Bildungsstandards wird herausgearbeitet, welche Kompetenzen mit dem Thema Jugendsprache im Lernbereich «Reflexion über Sprache» gefördert werden können. Am Ende der Studie werden Materialien und Anregungen zum Thema Jugendsprache im Deutschunterricht entwickelt, die zur konkreten Unterrichtsplanung ab Jahrgangsstufe 8 eingesetzt werden können.

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5 Jugendsprache als Unterrichtsgegenstand

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In der linguistischen Forschung gibt es bereits vielfältige Erkenntnisse über strukturelle, funktionelle und kommunikative Merkmale von Jugendspra- che. Anhand von Fallstudien konnte nachgewiesen werden, dass jugend- sprachliche Ausdrucksweisen auch im Kontext von Schule und Unterricht eine Rolle spielen. Ein solcher Sprachgebrauch der Schülerinnen und Schü- ler in der Institution Schule kann zu Normkonflikten führen, wie Beobach- tungen und Beurteilungen von Lehrkräften zeigen. Um u.a. auch solche Normkonflikte in Deutschunterricht thematisieren zu können, wurde untersucht, wie Jugendsprache im Lernbereich Reflexion über Sprache als Unterrichtsthema beschrieben wird. Sprachbewusstsein als Ziel für Sprachreflexion wurde daraufhin in seinen Teilbereichen diffe- renziert, um zu verdeutlichen, welche konkreten Ziele im Unterricht verfolgt werden können und wie sich Sprachbewusstsein bei Schülern konkret äu- ßert, so dass es auch nach außen hin beobachtbar wird. Drei wesentliche Kompetenzen können bei der Thematisierung von Ju- gendsprache gefördert werden: „Sprachanalytische Kompetenzen: so z. B. durch grammati- sche oder stilistische Analysen, um das sprachliche und kom- munikative Wissen über Sprache zu vertiefen, sprachproduk- tive Kompetenzen durch spielerisches Umformen von Texten oder Kontrastierung unterschiedlicher Stile, um sprachlichen Rollenwechsel zu erproben und die Wirkung von unterschied- lichen Stilen zu untersuchen, sprachreflexive Kompetenzen, in- dem durch Fachwissen und Eigenerfahrung Beurteilungskrite- rien und Wertmaßstäbe zur Sprachkritik erarbeitet werden1.“ 1 Neuland 2006b, S. 33. 244 Die Aufgabe des folgenden Kapitels besteht nun darin, die gewonnenen Erkenntnisse zusammenzuführen und daraus Kriterien zu entwickeln, wie Unterrichtsvorhaben dem Gegenstand...

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