Show Less

«Nach Schottland also!»

Schottlandwahrnehmungen und Deutungen deutscher Reisender zwischen Romantik und Sachlichkeit von 1800-1870

Series:

Thomas Zabel

Die Studie geht einem bisher kaum behandelten Aspekt der Romantik nach, der Scotophilie. Es handelt sich dabei um eine perzeptions- und mentalitätsgeschichtliche Entwicklung Schottlands und Deutschlands. Ziel der Studie ist die Rekonstruktion der Wirklichkeitsauffassung deutscher Reisender anhand ihrer publizierten Erfahrungsberichte, nicht die Wirklichkeit selbst. Aufgrund der Vielschichtigkeit einer kulturwissenschaftlichen Untersuchung ist die Methode interdisziplinär und synthetisch ausgelegt, um den zeitgeistbedingten Deutungskontext philosophisch und kulturhistorisch zu fassen. Die Wahrnehmung des Fremden aus der Sicht des Eigenen ist dabei von besonderer Bedeutung. Sie prägt letztlich ein klischeehaftes und verklärtes Bild von Schottland, das bis in unsere Tage bestand hat.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Teil – Die deutsche ‘Scotophilie’ im 19.Jahrhundert

Extract

135 III. Teil – Die deutsche ‘Scotophilie’ im 19. Jahrhundert Ein biographisch-perzeptionschronologischer Überblick Der Quellenfundus der Studie, der im TEIL I. grob umrissen wurde, soll an dieser Stelle präzisiert werden. Die Aufzählung und Charakterisierung der Reiseberich- te erfolgt dabei chronologisch und legt den Schwerpunkt weniger auf die allge- mein zugängliche Biographie der Autoren, sondern mehr auf von ihnen selbst artikulierte Intentionen wie den Reisegrund, ihre Motivation und Inspiration o- der Erwartungen; kurz, die Selbstreflexion der Unternehmung.520 Die Auswahl geschah anschließend exemplarisch, aber repräsentativ aus den drei Phasen der „Schottlandmanie“ zwischen 1800 und 1870 und berücksichtigt vorrangig Auto- ren, für die ein Mehr an Kontextinformationen für ihre Interpretation und Ein- ordnung notwendig war. Eine Reise für Herder – Emilie von Berlepsch (1802) Die Schriftstellerin und frühe Frauenrechtlerin Emilie von Berlepsch,521 geb. Oppel, wurde am 26. November 1755 in Gotha geboren und starb am 27. Juli 1830 in Lauenburg. Ihr vierbändiger Bericht Caledonia - Von der Verfasserin der Sommerstunden, basierte auf einer Reise nach Schottland, die sie zwischen 1798 und 1800 unternahm. Gemeinsam mit ihrem schottischen Reiseführer, Ja- mes MacDonald, durchquerte sie dabei auch die östlichen Highlands. Ihre Dar- stellung des Landes, die zwischen 1802 und 1804 veröffentlicht wurde, gilt ge- 520 Bauerkämper/Bödeker/Struck 2004, (Die Welt erfahren), S. 13. 521 Auch in ihrem Reisebericht „Caledonia“ geht sie mehrmals ausführlich auf die Rolle der schottischen Frauen ein. Vgl. Berlepsch 1802, (Caledonia), I, S. 208-211 u. ders. IV, S....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.