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Gehen oder leiden … und wer war jetzt schuld?

Attributionen in konflikthaften Partnerschaften im Vergleich zu beendeten Partnerschaften

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Kerstin Zühlke-Kluthke

Woran liegt es aus der Sicht selbst Betroffener, dass bei langjährig zusammenlebenden Paaren die einen sich trennen, die anderen konflikthaft zusammenleben? Auf der Basis problemzentrierter Einzelinterviews mit jeweils beiden Partnern werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attributionsfunktionen ermittelt. Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei konflikthaften Paaren und getrennten Paaren gefunden. Methodisch interessant wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gekoppelt mit attributionstheoretischer Auswertung vor dem Hintergrund einer interpretativen Auswertung der Lebens- und Partnergeschichten. Es werden 12 Schwerpunkt-Themenfelder gefunden und Asymmetrien und Signalthemen für Trennung identifiziert. Ein Attributionsverhalten, was überwiegend an den Anderen zuschreibt, kann als Indikator für den Zufriedenheitsgrad von Partnerschaft und damit als ein wesentlicher Prädiktionsfaktor von Trennung ermittelt werden.

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2. Zielsetzung der Arbeit

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Als theoretischer Rahmen für die Zuschreibungsprozesse in und nach Partner- schaften dient die Attributionsforschung. Mit ihrer Hilfe wird untersucht, wie Menschen sich ihre Beziehungen zu anderen, ihre eigenen Handlungen und die Handlungen Anderer erklären, vor allem dann, wenn es zu Überraschungen und Störungen kommt. Ein erstes Ziel dieser Studie liegt in der Dokumentation und Archivierung unterschiedlicher subjektiver Äußerungen von Partnern zu Trenungsbegründun- gen nach getrennter Partnerschaft oder zu Konfliktbegründungen während lang- jähriger Partnerschaft. Die Arbeit ist qualitativ-biografisch ausgerichtet. Daher werden bereits die Daten anhand qualitativer Interviews „ als einer Möglichkeit qualitativer Forschung „ gewonnen. Die Subjektivität der Befragten ist mit die- sem Zugang gleich zweimal interessant: innerhalb qualitativ ausgerichteter For- schung ist der Befragte als Subjekt gleichzeitig der Experte. Ziel ist es, die Wirklichkeit anhand der subjektiven Sicht der Gesprächspersonen abzubilden. Attributionstheoretische Auswertungen gehen ebenfalls von der Subjektivität der Befragten aus, untersuchen hier allerdings die zugrunde liegenden kogniti- ven Prozesse und mögliche Verzerrungen. Um eine möglichst hohe Bandbreite inhaltlicher Attributionen zu erhalten, werden diese bewusst durch eine offene Fragestellung ermittelt. Die Auswertung erfolgt mit Hilfe einer bisher seltenen Methode, die inhaltsanalytisch ausgerich- tet ist und attributionstheoretische Erkenntnisse sowie die erzählten Partnerge- schichten miteinbezieht. In dieser Arbeit werden zwei Gruppen befragt: 8 Paare, die langjährig zusammengelebt haben und sich getrennt haben sowie 8 Paare, die seit langem zusammenleben, dieses Zusammenleben jedoch als konflikthaft empfinden. In die Architektur dieser Arbeit mit ihren Forschungsfragen, den befragten Un- tersuchungsgruppen, dem...

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