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Variation, Wandel, Wissen

Studien zum Hochdeutschen und Niederdeutschen

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Edited By Yvonne Hettler, Carolin Jürgens, Robert Langhanke and Christoph Purschke

Die Erforschung des Spektrums zwischen Dialekt und Standard, die Perzeptionslinguistik und die Analyse von Dialektsyntax sind Aufgaben einer Dialektologie, die sich als Regionalsprachenforschung versteht. In zwölf Beiträgen diskutieren Nachwuchswissenschaftler diese Fragestellungen aus der Perspektive neuerer variationslinguistischer Theorien. Die Themen reichen von der Namenkunde bis zur Perzeptionslinguistik und umfassen sowohl niederdeutsche als auch hochdeutsche Varietäten. Schwerpunkte liegen auf der Betrachtung sprachlicher Variation und Dynamik der phonologischen und morphologischen Ebene sowie von Methoden und Befunden sozio- und wahrnehmungsdialektologischer Untersuchungen. Beiträge zum altsächsischen Heliand und zur bairischen Namenkunde erweitern das Themenfeld.

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Rufnamen als lexikalische Einheiten in den bairischenMundarten Österreichs (Ulrike Thumberger)

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Rufnamen als lexikalische Einheiten in den bairischen Mundarten Österreichs Ulrike Thumberger Abstract In vielen Mundarten Österreichs (vornehmlich den bairischen Mundarten) kommen bestimm- te Wortschatzelemente, und zwar (vermeintliche) Rufnamen vor, die sich bei genauerer Be- trachtung nicht eindeutig der appellativischen oder proprialen Sprachsphäre (Šrámek 2007) zuordnen lassen, sondern lexikalisierte Formen mit einem eher appellativischen Charakter sind und oftmals sogar in den Bereich der Schimpfwörter fallen. Es handelt sich dabei um (zumeist diminuierte) Formen wie Hansl, Tonel, Gretl und Lisl, die teilweise auch in Kompo- sita vorkommen können (bspw. Streithansl). In dieser Form werden sie bei Leuschner und Wante (2009) auch als „(personale) Suffixoide“ bezeichnet; bei Linsberger (2011) rangieren solche Formen als „Appellativkomposit[a] mit deonymischem Grundwort“. Der Artikel soll dieses bislang eher wenig beachtete Phänomen aus onomastischer sowie morphologischer Perspektive heraus genauer beleuchten und anhand der Appellativa Hansl (u. a. in Komposita) Tommerl und Krispindl dokumentieren bzw. eine erste Interpretation derartiger Lexeme für das Bairisch-Österreichische leisten; zudem soll er eine Bestandsaufnahme bisheriger For- schungsliteratur zu dem Thema liefern. 1. Einleitung Namen werden im Allgemeinen als Eigennamen (Propria) aufgefasst, d. h. als sprachliche Elemente, die nicht einfach nur der Benennung, sondern vor allem der Identifizierung von Individuen sowie einzelnen Objekten dienen. Der Be- griff „Name“ ist jedoch unscharf, denn es werden auch noch andere Worteinhei- ten als Namen bezeichnet, die keine Individuen benennen, sondern bestimmte Gattungen von Objekten bzw. Angehörige dieser Gattungen klassifizieren sol- len; solche Wörter werden als Gattungsnamen (Appellativa) bezeichnet.1 Eine...

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