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Variation, Wandel, Wissen

Studien zum Hochdeutschen und Niederdeutschen

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Edited By Yvonne Hettler, Carolin Jürgens, Robert Langhanke and Christoph Purschke

Die Erforschung des Spektrums zwischen Dialekt und Standard, die Perzeptionslinguistik und die Analyse von Dialektsyntax sind Aufgaben einer Dialektologie, die sich als Regionalsprachenforschung versteht. In zwölf Beiträgen diskutieren Nachwuchswissenschaftler diese Fragestellungen aus der Perspektive neuerer variationslinguistischer Theorien. Die Themen reichen von der Namenkunde bis zur Perzeptionslinguistik und umfassen sowohl niederdeutsche als auch hochdeutsche Varietäten. Schwerpunkte liegen auf der Betrachtung sprachlicher Variation und Dynamik der phonologischen und morphologischen Ebene sowie von Methoden und Befunden sozio- und wahrnehmungsdialektologischer Untersuchungen. Beiträge zum altsächsischen Heliand und zur bairischen Namenkunde erweitern das Themenfeld.

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„Nach Müllers geht man nicht!“ Zur Salienz und Bewertung morpho-syntaktischerPhänomene in Bremen und Hamburg (Yvonne Hettler)

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„Nach Müllers geht man nicht!“ Zur Salienz und Bewertung morpho-syntaktischer Phänomene in Bremen und Hamburg Yvonne Hettler Abstract Die perceptual dialectology beschäftigt sich mit den Wissensbeständen linguistischer Laien und ermöglicht es u. a., Erkenntnisse über die Einstellung zu Varietäten sowie zum Normbe- wusstsein von Sprechern zu erhalten. Zusätzlich wird auch die Auffälligkeit, also die Salienz, von sprachlichen Phänomenen untersucht und werden salienzbedingende Parameter eruiert. Im vorliegenden Beitrag sollen die Ergebnisse einer Untersuchung zur Salienz, Bewertung und Verortung regionaler Phänomene in Norddeutschland vorgestellt werden. Insbesondere soll betrachtet werden, ob auffällige Formen sich in Bezug auf die Wahrnehmung und die regionale Einordnung seitens der Sprecher ähneln. 1. Einleitung Die Salienz, also die Auffälligkeit, regionaler Merkmale ist in jüngster Zeit in den Fokus der (wahrnehmungs-)dialektologischen Forschung gerückt und wird in verschiedenen Studien aufgegriffen.1 Neben der rein „kognitiven Auffällig- keit eines sprachlichen Merkmals“2 sind hierbei auch Faktoren zu untersuchen, die Salienz stützen.3 So halten Butterworth/Glawe im Zusammenhang mit ersten Ergebnissen des SiN-Projektes fest: Die Erhebung sich ergänzender Informationen über Einschätzungen zur situationel- len Angemessenheit von sprachlichen Varianten durch die Probanden und ihren Normhorizont kann [...] Strukturen im Bedingungsgefüge für Salienz sichtbar und der Analyse zugänglich machen.4 Der Normhorizont wird von Hundt/Anders/Lasch in der Aussage aufgegriffen, dass die perzeptive Dialektologie (und damit auch die Salienzforschung) „als Teilbereich der Alltagslinguistik wichtige Aufschlüsse über sich vollziehenden Normenwandel und über das Normenbewusstsein generell geben [kann...

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