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Rechtliche Probleme des internationalen Kulturgüterschutzes

Durchsetzung, Harmonisierungsbestrebungen und Restitutionen von Kulturgütern

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Kai Georg Krenz

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die spezifischen Probleme des internationalen Kulturgüterschutzes aufzuzeigen und Lösungsansätze für diese Probleme zu erarbeiten. Die aktuell bestehenden internationalen Regelungen und völkerrechtlichen Verträge werden dargestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die spezifischen Schwächen sowie deren konkrete Auswirkungen gelegt. Hinsichtlich dieser Prüfung kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass die internationalen Regelungen im Hinblick auf den präventiven Kulturgüterschutz – bis auf wenige Ausnahmen – nicht genügen. Des Weiteren wird die Frage behandelt, inwieweit die Schwächen des präventiven Kulturgüterschutzes auf internationaler Ebene dadurch ausgeglichen werden, dass Regelungen bestehen, die geeignet sind, unrechtmäßig aus Staaten ausgeführte Kulturgüter wieder zurückzuführen. Auch diesbezüglich kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass die bisher bestehenden Regelungen auf internationaler Ebene sowie auch deren nationale Umsetzungen nicht genügen.

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1. Kapitel: Historische Entwicklung des Kulturgüterschutzes

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I. Klassische Antike Schon frühe Kulturen waren mit den Problemen konfrontiert, die sich aus der Zerstörung oder dem Raub ihrer Kulturgüter ergaben. In der Antike39 waren Plünderungen und Brandschatzungen ein wesentlicher Teil der Kriegsführung,40 wobei diese vornehmlich aus mythologischen und re- ligiösen Gründen erfolgten und weniger, um sich zu bereichern. Besonders zu Beginn der Antike war es allgemeiner Glaube, man könne dem Feind durch Raub oder Zerstörung der am meisten verehrten Gegenstände und der damit ein- hergehenden Beseitigung der identitätsstiftenden Symbolik den Schutz durch seine Gottheiten nehmen.41 Aus diesem Grund wurden unter anderem die Meno- ra und die Bundeslade aus dem Jerusalemer Tempel geraubt.42 Die auf dieser Ansicht begründete rücksichtslose Behandlung gegnerischer Kulturgüter begann sich in etwa zu Beginn der christlichen Zeitrechnung lang- sam zu ändern. Diese Aussage wird aus einer Rede Ciceros deutlich, in der er Marcellus dafür lobt, nach dem Sieg über Syrakus die Stadt nicht vollständig geplündert und vor allem „keinen Gott entweiht, keinen angerührt“ zu haben. Cicero weist auch darauf hin, dass „diejenigen einen ganz außerordentlichen Schmerz empfinden, aus deren Städten man solche Werke wegführt“43. In der zweiten gegen Verres, dem Statthalter in der Provinz Sizilien von 73 bis 71 v. Chr. gerichteten Rede mit dem Titel „Über die Gegenstände der Kunst“ klagt Cicero ebenfalls die Entwendung von Götterskulpturen und Kunstwerken aus Staats- und Privateigentum an. Dieses nach und nach einsetzende...

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