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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Kunst und Fortschritt: Napoleon III. als Mäzen

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Die Kunst dient in jeder ihrer Ausdrucksformen der Präsentation des Regimes. Es bedient sich ihrer, wie auch seine Gegner sich ihrer bedienen, um sich von ihm abzusetzen. Der Kunstbetrieb ist bestimmten Regeln unterworfen, wobei die Zensur eher nur am Rande eine Behinderung künstlerischer Aktivitäten bedeu- tet. Die Kunst und auch die Literatur stehen im Zweiten Kaiserreich unter der Beobachtung der Justiz.434 Gustave Flaubert und Charles Baudelaire werden wegen Verstößen gegen die Moral und die guten Sitten angeklagt. Flaubert wird freigesprochen, Baudelaire wird verurteilt und muss Gedichte aus seinem Werk streichen. Er wird erst am 31. Mai 1946 rehabilitiert. Der ästhetische Aufbruch im Zweiten Kaiserreich wird durch die Justiz nicht entscheidend behindert. Die Künstler, die sich mit dem Regime arrangieren – Mérimée war darin ein Meister –, finden ihre Nischen, schimpfen wie Flaubert auf beide Seiten oder pflegen wie die Brüder Goncourt ihre Salons und werden wegen fehlender poli- tischer Betätigung meist von den Historikern vergessen, übersehen oder wegen ihres anscheinend geringen Einflusses auf die Politik nur wenig beachtet. Und doch darf das Engagement der Intellektuellen, der Dichter und Denker, nicht unterschätzt werden. Prozesse, wie die, in die Baudelaire und Flaubert verwi- ckelt werden, sichern ihnen eine bemerkenswerte Publizität. Der Staat versucht sich aus den verschiedensten Gründen gegen die Literaten zu verteidigen, und diese wehren sich mit Erfolg gegen die allzu mächtigen Übergriffe staatlicher Autorität. Die Prozesse gegen Schriftsteller und Künstler dienen der Herr- schaftssicherung, sind aber auch...

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