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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Rimbaud und Mallarmé

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Schriftsteller und Dichter wie Flaubert, Baudelaire, Rimbaud, Mallarmé und Verlaine entwickeln als Antwort auf die neuen politischen Konditionen eine neue Literaturästhetik, die das Zweite Kaiserreich hinter sich lässt. Wie so oft in widrigen politischen Konstellationen nutzen Schriftsteller ihre Werke, um etwas gegen die Gewohnheiten ihrer Zeit gerichtetes Neues zu entwickeln und so im- mer wieder den antizipatorischen Charakter der Literatur eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Die größeren politischen Freiheiten kommen ab 1859 der Kunst zugute. Viel spricht dafür, dass die Politik den Zeitströmungen folgt, nachgibt, den Rahmen modifiziert auch zugunsten der eigenen Herrschaftssicherung. Die Literatur, die Künste, die Lehre und die Forschung treiben die Entwicklung voran, während die Politik immer mehr nur das Bühnenorchester spielt. Das Programm der Künstler und Literaten, zum Beispiel die Werke von Mallarmé, Rimbaud, der Impressionisten und der Symbolisten, reicht weit über den Tag hinaus. Die Politiker des Second Empire bleiben zurück, während die Künstler weiter- ziehen. Am Ende des Regimes haben die Künstler keinen Anteil. Der Sturz des Zweiten Kaiserreichs, das gerade durch das Plebiszit noch einmal gesichert schien, kommt schnell und überraschend. Das Regime lässt sich ungewollt durch Bismarcks Emser Depesche zu einer Kriegserklärung am 19. Juli 1870 hinrei- ßen. Der Truppenaufmarsch beginnt am 2. August, und die ersten Gefechte führen schon nach einem Monat ins komplette Chaos, das nebenbei auch das Regime unter sich begräbt. Napoleon III. kapituliert am 2. September bei Sedan und wird von...

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