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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Zusammenfassung

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Die Kunst und ihre intensive Förderung durch Staatsaufträge zugunsten der eigenen prunkvollen Darstellung nutzt das Zweite Kaiserreich zu seiner Herr- schaftssicherung. Zunächst erscheint Louis-Napoléon wie ein Prinz-ohne-Land. Er verfügt ledig- lich über eine illustre Herkunft. Sein Vater Louis Bonaparte (1778-1846), König von Holland (1806-1810) ist ein Bruder Napoleons I. Dennoch hat Louis- Napoléon keine politische Heimat und keine Aussicht auf Erfolg. Er ist über die Mobilisierung des Napoleon-Mythos hinaus auf zeitgeschichtliche Zufälle und eine Schar von Anhängern und Helfern angewiesen, mit denen er zwei Um- sturzversuche unternimmt. Bis 1848 ist wohl nur er von seiner Bestimmung überzeugt, eines Tages die Geschicke Frankreichs lenken zu können; darin be- stärkt von einer kleinen Gruppe von Sympathisanten und Parteigängern. Im Lauf der Februarrevolution von 1848 gelingt es ihm nach kurzem Wahlkampf, sich als hoffnungsvolle Alternative zu den kompromittierten Politikern der Juli- Monarchie, der Februarrevolution und der Juni-Unruhen präsentieren zu können. Wähler und Politiker scheinen einen Moment lang ihm zu vertrauen, bis die Diskussion um die Wahl im Mai 1852 die Oberhand gewinnt. Als Präsident verspricht er, die Verfassung respektieren zu wollen. Das Wahlgesetz vom 8. Mai 1850 jedoch ist für ihn ein willkommener Anlass, um den Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 mit der Wiedereinführung des allgemeinen Wahlrechts zu rechtfertigen. Der Bruch seiner Versprechungen hat die Intellektuellen, die ihm Verrat vorwerfen, ganz besonders aufgebracht. Das schmachvolle Ende des Regimes kommt plötzlich und unerwartet und wird...

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