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Soziopolitischer Wandel und Sprachbewusstsein

Quechua-Spanisch-Bilinguale im urbanen Großraum von Cochabamba (Bolivien)

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Jurek Hentschel

Vor dem Hintergrund der jüngsten soziopolitischen Transformationsprozesse in Bolivien und unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Sprach- und Bildungspolitik der Regierung Morales wird die traditionell konfliktive Sprachsituation des Landes thematisiert. Mittels qualitativer Methoden empirischer soziolinguistischer Forschung werden Aspekte des Sprachbewusstseins bilingualer Quechua-Spanisch-SprecherInnen im urbanen Großraum von Cochabamba analysiert. Ziel ist das Herausarbeiten von Einflüssen der aktuellen Transformationsprozesse. Können diese positiv auf die ungesicherte Zukunft des Quechua einwirken? Im Fokus der Analyse stehen die Einstellungen der Bilingualen zu den beteiligten Sprachen, zum soziopolitischen Wandel und zur Sprach- und Bildungspolitik sowie der individuelle und gesellschaftliche Sprachgebrauch.

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4. Die empirische Studie

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Vor dem Hintergrund des dargestellten soziolinguistischen Kontextes und der jüngsten sozio- und sprachpolitischen Entwicklungen in Bolivien und Cocha- bamba sowie den konzeptionellen Überlegungen zur Theorie des Sprachbe- wusstseins werden in diesem Kapitel das methodische Vorgehen meiner Studie, ihre konkrete Umsetzung und die wichtigsten Ergebnisse dargestellt und disku- tiert. Die Forschung wurde während eines dreimonatigen Aufenthalts zwischen Juli und Oktober 2010 in Cochabamba durchgeführt. Das Ziel der Studie ist, mögliche Einflüsse des soziopolitischen Wandels und der Sprach- und Bildungspolitik in Bolivien auf das Sprachbewusstsein bi- lingualer Quechua-Spanisch-Sprecher in Cochabamba herauszuarbeiten und zu diskutieren. 4.1. Zugang zum Feld Erste institutionelle und persönliche Kontakte in Cochabamba konnte ich bereits im Frühjahr 2007 während eines Praktikums in der Nichtregierungsorganisation (NRO) „MAP Bolivia“ herstellen. Damals erhielt ich auch erste Einblicke in die komplexe Sprachkonfliktsituation in diesem speziellen Teil Boliviens. Auf diese Kontakte und Erfahrungen konnte ich vor und während meines Forschungsauf- enthalts zurückgreifen, was mir bei der Planung und der Durchführung der Stu- die sehr half. Der erneute Aufenthalt in Cochabamba wurde mir durch ein dreimonatiges Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ermög- licht. Als äußerst hilfreich vor und während des Forschungsaufenthalts stellte sich der Kontakt zu „PROEIB Andes“42 an der UMSS43 dar. Die Institution, ihre 42 Das „Programa de Formación en Educación Intercultural Bilingüe” (PROEIB) ist eine Forschungs- und Lehreinrichtung, die institutionell an die UMSS angebunden ist. Sie ist vor allem im Bildungsbereich tätig, wobei...

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