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Resozialisation von Jugendlichen in öffentlichen Einrichtungen

Empirische Befunde und theoretische Reflexionen

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Janine Truniger

Der Band beschäftigt sich mit der Willkür bei der Resozialisation von Jugendlichen in einer öffentlichen Einrichtung. Institutionen sind als Produkt der Kultur zu verstehen. Diesbezüglich muss die Umsetzung eines institutionellen Konzepts an seine strukturellen Grenzen stoßen. Die qualitative und quantitative Analyse der institutionellen Akten hat gezeigt, dass in der Einrichtung Lernfelder, Realitätsnähe und verlässliche Beziehungen zentrale Faktoren für gelingende Resozialisation sind. Entsprechend sollen den Jugendlichen zu einer gelingenden Resozialisation realitätsnahe Lernfelder geboten und rigide Strukturen verhindert werden. Damit Jugendliche auch nach der Institutionalisierung in der Gesellschaft bestehen können, müssen sie Eigenverantwortung für ihr Handeln übernehmen lernen und Selbstvertrauen entwickeln können.

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5 Die Forschung zur institutionellen Willkür bei der Resozialisation von Jugendlichen mit Abweichendem Verhalten in der ANONYMA

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5.1 Untersuchungsdesign 5.1.1 Problem- und Gegenstandsbenennung Öffentliche Erziehungseinrichtungen haben den Auftrag als staatliche Dispositi- ve Jugendliche mit so genannt Abweichendem Verhalten nachzuerziehen, schä- digendes Verhalten zu neutralisieren und die Jugendlichen wieder gesellschafts- fähig zu machen. Man geht folglich davon aus, dass diese Ziele vorzugsweise innerhalb einer öffentlichen Einrichtung und somit in einem exkludierenden Rahmen erreicht werden können. In einer separierenden Einrichtung werden die sozialstrukturellen Bedingungen der Gesellschaft modifiziert und teilweise auf- gehoben. Hierzu werden Regelungen formuliert, die dazu dienen sollen, dass unter scheinbar vereinfachten Strukturen Gesellschaftsfähigkeit und Legalbe- währung erreicht werden können. In der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft setzt der Artikel 9 „Schutz vor Willkür und Wahrung von Treu und Glauben“ fest: „Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden“ (vgl. Bundesbehörden der Schweizerischen Eidge- nossenschaft 2011). Durch diese Gesetzgebung soll gewährleistet werden, dass auch innerhalb eines staatlichen Dispositivs wie einer Erziehungseinrichtung keine Willkür an- gewendet wird. Gerade der Bereich der Erziehung zeichnet sich dadurch aus, dass es viele divergierende Ansichten darüber gibt, welche Ziele angestrebt werden und besonders mit welchen Mitteln sie zu erreichen sind. Verschiedene Konzepte und Regeln sollen Willkür ausschliessen, indem sie schriftlich festge- halten werden und dadurch garantieren sollen, dass sie handlungsleitend sind und sich sowohl das Personal als auch die Bewohner und Bewohnerinnen darauf berufen können. Da die ANONYMA als Erziehungseinrichtung bezeichnet werden kann, wird folglich auf einer juristischen Ebene...

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