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Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und die IFRS for SME

Eine adressatenorientierte Analyse mittelständischer Rechnungslegung

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Ahmet Yilmaz

Mit dem BilMoG hat der deutsche Gesetzgeber das reformierte Handelsgesetzbuch gezielt als Gegenentwurf zum International Financial Reporting Standard for small and medium-sized entities positioniert. Die IFRS for SME richten sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen, die auch der deutsche Gesetzgeber im Sinn hat, wenn er mit dem BilMoG das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Standards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative entwickeln will. Vor diesem Hintergrund analysiert die Arbeit kritisch, ob und inwieweit der deutsche Gesetzgeber den im Kontext der Rechnungslegung relevanten Interessen und Bedürfnissen des Mittelstandes tatsächlich besser gerecht wird als die IFRS for SME. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage erfolgt unter Rückgriff auf die Prinzipal-Agent-Theorie.

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I. Einleitung

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19 I. Einleitung 1. Problemstellung und Zielsetzung „Die externe Rechnungslegung orientiert sich neu.“1 Diese Feststellung zielt auf die erheblichen Veränderungen, die die Rechnungslegung in den letzten Jahren national wie international erfahren hat. Auf internationaler Ebene haben sich die International Financial Reporting Standards (IFRS) zum globalen Rechnungsle- gungsstandard entwickelt. Immer mehr Staaten2 weltweit schreiben die ver- pflichtende Anwendung der IFRS vor, lassen die Anwendung zu oder sehen in naher Zukunft eine Umstellung auf die IFRS vor.3 Es verwundert daher nicht, dass die IFRS „auf dem Sprung zum internationalen Monopol“4 gesehen werden. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem auf europäischer Ebene initiierten bilanzrechtlichen Harmonisierungsprozess. Der Grundstein für die Harmonisierung5 des Gesellschaftsrechts sowie der Rechnungslegung von Unternehmen innerhalb der Europäischen Union ist bereits mit dem „Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWGV) vom 25. März 1957 gelegt worden.6 Hierin haben sich die Mitgliedsstaa- ten das Ziel eines einheitlichen Wirtschafts- und Rechtsraumes innerhalb Europas gesetzt.7 Die Beseitigung von Einschränkungen der Niederlassungsfreiheit war die primäre Zielsetzung des Harmonisierungsprozesses8 und sollte vorrangig durch vergleichbare und gleichwertige Informationen für Gesellschafter sowie Dritte in den EU-Mitgliedsstaaten erreicht werden.9 1 SCHILDBACH, T. (2010a), S. 2048. 2 Angaben des IASB zufolge sind die IFRS in etwa 120 Staaten der Welt zugelassen oder vorge- schrieben, vgl. IASB (2010), S. 4. Der Anwenderkreis reicht „von Abu Dhabi über Sierra Leone bis Zypern“, HAAKER, A.; HOFFMAN, W. (2010), S. 327. 3 Vgl. SCHILDBACH, T. (2005), S. 45. 4 SCHILDBACH,...

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