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Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und die IFRS for SME

Eine adressatenorientierte Analyse mittelständischer Rechnungslegung

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Ahmet Yilmaz

Mit dem BilMoG hat der deutsche Gesetzgeber das reformierte Handelsgesetzbuch gezielt als Gegenentwurf zum International Financial Reporting Standard for small and medium-sized entities positioniert. Die IFRS for SME richten sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen, die auch der deutsche Gesetzgeber im Sinn hat, wenn er mit dem BilMoG das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Standards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative entwickeln will. Vor diesem Hintergrund analysiert die Arbeit kritisch, ob und inwieweit der deutsche Gesetzgeber den im Kontext der Rechnungslegung relevanten Interessen und Bedürfnissen des Mittelstandes tatsächlich besser gerecht wird als die IFRS for SME. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage erfolgt unter Rückgriff auf die Prinzipal-Agent-Theorie.

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II. Mittelstand als Untersuchungsobjekt

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27 II. Mittelstand als Untersuchungsobjekt 1. Bedeutung und Definition des wirtschaftlichen Mittelstandes „Mittelständische Unternehmen haben keine Bedeutung für die Marktwirtschaft, sie sind die Marktwirtschaft.“1 – Mit diesen Worten betonte ALBACH bereits 1983 die konstitutive Bedeutung2 des Mittelstandes für die deutsche Marktwirt- schaft. Auch nachdem nunmehr drei Jahrzehnte vergangen sind, nehmen die mittel- ständischen Unternehmen in Deutschland weiterhin einen bedeutenden Stellen- wert für die Wirtschaft ein3 und werden daher auch als „Herz der sozialen Marktwirtschaft“ sowie als „Motor der deutschen Wirtschaft“ gesehen.4 Die vom Institut für Mittelstandforschung, Bonn, (IfM Bonn) veröffentlich- ten Schlüsselzahlen verdeutlichen den hohen Stellenwert des Mittelstandes für die deutsche Volkswirtschaft. Aktuelle Statistiken belegen offenkundig, weshalb der Mittelstand als „Rückgrat“5 der deutschen Wirtschaft angesehen wird6: Auf Basis der KMU-Definition des IfM Bonn gehören 99,6% (Unterneh- mensbestand 2008) aller Unternehmen zu den kleinen und mittleren Unterneh- men.7 Auf diese Unternehmen entfallen 38,0% aller Umsätze und 59,9% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Eine aktuelle Studie, herausgegeben von der Stiftung Familienunternehmen, kommt zum Ergebnis, dass 93% der Unternehmen in Deutschland als familienkontrolliert gelten.8 Auch wenn die herausragende Bedeutung des Mittelstandes für die Volks- wirtschaft immer wieder betont und durch Kennzahlen belegt wird,9 konnte sich 1 ALBACH, H. (1983), S. 28. 2 Vgl. ALBACH, H. (1983), S. 1. 3 Vgl. POTTGIEßER, G. (2006), S. 71. 4 Vgl. WEGMANN, J. (2006), S. 4. 5 OSSADNIK, W.; BARKLAGE, D.; LENGERICH, E. (2010), S. 15. 6 Vgl. L...

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