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Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland und den USA

Berichtspraxis, Determinanten und Eigenkapitalkostenwirkungen

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Daniel Blaesing

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung hat vor allem bei großen Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen. Im Unterschied zur gesetzlich verpflichtenden Finanzberichterstattung veröffentlichen Unternehmen umfassende Nachhaltigkeitsberichte bislang meist auf freiwilliger Basis. Neben der Legitimation des unternehmerischen Handelns versprechen sich die Unternehmen durch diese Form der Berichterstattung häufig eine Reduktion der Kapitalkosten. Vor diesem Hintergrund liefert die vorliegende Arbeit umfassende empirische Befunde zur Berichtspraxis in Deutschland und den USA sowie zu den Determinanten und den Eigenkapitalkostenwirkungen von Nachhaltigkeitsberichten. Die Ergebnisse der Studie haben wichtige Implikationen für Unternehmen, Adressaten, Gesetzgeber und Standardsetzer sowie Wirtschaftsprüfer.

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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung und Zielsetzung „Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.“1 Dieses Zitat beschreibt die Lehre, die aus der gesellschaftlichen Einsicht zu ziehen ist, dass menschliches Handeln die Hauptursache für den fortschreitenden Klimawandel, die zu- nehmende Ressourcenknappheit, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen sowie eine wachsende soziale Ungerechtigkeit ist.2 Durch die Erkenntnis der Notwendigkeit eines ethischen und nachhaltigen Handelns für das gesellschaftliche Zusammenleben hat die Nachhaltigkeitsthematik in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung auf Ebene der Gesellschaft wurden dabei entscheidend durch die Brundtland-Kommission geprägt.3 Diese fordert die Be- rücksichtigung der Bedürfnisse gegenwärtiger Generationen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.4 Insbesondere den Unternehmen wurde in der Vergangenheit regelmäßig eine Hauptver- antwortung an den bestehenden ökologischen und sozialen Missständen zugeschrieben,5 wodurch die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns bis heute häufig Gegen- stand gesellschaftlicher Kritik sind. Daher stehen Unternehmen in zunehmendem Maße vor der Herausforderung, sich der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen und ihre ökonomischen Zielsetzungen unter Berücksichtigung ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung zu definieren.6 Die Forderung nach einer gesellschaftlichen Verantwor- tung der Unternehmen ist keineswegs neu. Neu ist allerdings die „Lautstärke und der Nachdruck“7, mit denen Stakeholder die Integration eines gesellschaftlich verantwortungs- vollen Handelns in die Unternehmensstrategie einfordern. Der US-amerikanische Ökonom Milton Friedman schrieb hingegen in einer Ausgabe des New York Times Magazines aus dem Jahr 1970 hinsichtlich der sozialen...

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