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Die Aufklärung des Organspendeempfängers über Herkunft und Qualität des zu transplantierenden Organs

Ärztliche Pflichten im Spannungsfeld zwischen Standardbehandlung und Neulandmedizin

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Sebastian Müller

Der stetige Mangel an Organen in der Transplantationsmedizin hat dazu geführt, dass inzwischen Organe transplantiert werden, die noch vor einiger Zeit nicht übertragen worden wären. Die Arbeit befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Frage, inwieweit der Organempfänger in den Entscheidungsprozess über die Akzeptanz eines Transplantates einzubeziehen und über die Herkunft und die Qualität des zu transplantierenden Organs aufzuklären ist.

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Kapitel 3: Die Aufklärungspflicht über die Herkunft des zu transplantierenden Organs

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31 Kapitel 3 Die Aufklärungspflicht über die Herkunft des zu transplantierenden Organs A. Einleitung Bereits lange vor dem Inkrafttreten des TPG und zum Teil auch bevor die Arbeitsge- meinschaft der Transplantationszentren im Jahre 1987, als Ausdruck der Selbstkon- trolle und Selbstverantwortung, den „Transplantationskodex“189 beschloss, wurde in der Wissenschaft diskutiert, ob der Empfänger einer Organspende über die Herkunft des Transplantates aufgeklärt werden soll. I. Ausgangspunkt der Untersuchung Während nach Rüping190 der Spender vorbehaltlich enger persönlicher Verhältnisse anonym bleiben sollte, war Kramer191 der Auffassung, dass dem Organempfänger vor der Transplantation auch über die Herkunft der zu implantierenden Organe Aus- kunft gegeben werden muss, ohne dass präzisiert wird, welche Angaben hierunter zu fassen sind. Selbst im Hinblick auf die Frage, ob dem Patienten eröffnet werden soll, dass er das Organ eines Verstorbenen bekommen soll, herrschte Uneinigkeit. Einige Stimmen forderten, dass der Umstand, dass das Organ von einem Frischverstorbenen stam- me, dem Organempfänger nicht verschwiegen werden dürfe.192 Rüping dagegen ging davon aus, dass die Information auch unterbleiben könne, „wenn die Eröffnung den Patienten erheblich belasten oder zu einer sachfremden Weigerung veranlassen würde.“193 Im Transplantationskodex wurde festgelegt, dass “die Angehörigen des Verstorbe- nen […] nicht über die Identität des Empfängers bzw. der Empfänger von Organen informiert [werden]“.194 Dieser Grundsatz wurde in der Folge auch vom Gesetzgeber aufgegriffen und bei der Schaffung des TPG übernommen. Das Transplantationsgesetz enthält nunmehr in § 14 detaillierte Regelungen...

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