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Zur unterschiedlichen Wahrnehmung des Politischen in den USA und der Bundesrepublik Deutschland

Eine kritische Interpretation

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Arne Arps

In den letzten Jahren waren in den USA und der Bundesrepublik Deutschland deutlich unterschiedliche Sichtweisen in der Betrachtung des Politischen auszumachen. Oftmals sorgen diese unterschiedlichen Bewertungen für Irritationen im Verständnis des Handelns des jeweils Anderen. In dieser Studie wird versucht, diese Unterschiedlichkeit auf zwei Ebenen zu untersuchen und dabei diese Ebenen miteinander zu verbinden. Zunächst wird eine historische Betrachtung vorgenommen, die die jeweiligen Ursprünge der Wahrnehmung und ihre damit einhergehende Verankerung in der Bevölkerung verdeutlichen. Daran schließt sich eine Interpretation mit Hilfe der politischen Denker Siegfried Landshut, Wilhelm Hennis und Ernst Vollrath an.

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7 Zusammenführung der Begrifflichkeiten im Hinblick auf die unterschiedliche Wahrnehmung des Politischen

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Der Begriff des Politischen ist nicht umfassend und abschließend zu de- finieren. Zu umfangreich und komplex, ja teilweise in sich widersprüch- lich erscheinen die damit verbundenen Charakteristika dieses Phäno- mens. Aber eben in dieser Komplexität des Begriffes ist eine wesentliche Bedeutung der Politikwissenschaft auszumachen: „Hätten wir diesen Begriff des Politischen als einen vollständigen Begriff oder, was dasselbe ist, als eine vollständige Theorie – das heißt, als eine umfassende Anschauung –, hätten wir das Politische schlechthin begriffen, so wäre die Wissenschaft an ihrem Ende angelangt. Ein solcher Begriff kann also keineswegs vorausgesetzt werden, indem wir beginnen, Politische Wissenschaft zu betreiben.“683 Die Wahrnehmung des Politischen unterscheidet sich in den hier be- trachteten Nationen Deutschland und den Vereinigten Staaten zum Teil erheblich. Wir haben dieses anhand der aufgezeigten historischen Ent- wicklungen in beiden Staaten beobachten können. Die Überlegungen von Siegfried Landshut, Wilhelm Hennis und Ernst Vollrath zeigen darüber hinaus, dass diese unterschiedliche Wahr- nehmung des Politischen nicht allein ein bloß oberflächliches Phänomen darstellen kann. Es bleibt nicht allein bei der auseinandergehenden Be- wertung dessen, was im politischen Alltag, etwa in der Form des Medi- enechos, den Bürgern als politisch bedeutsame Ereignisse erscheint. Vielmehr lassen sich tiefer greifende Abweichungen im Verständnis des- sen ausmachen, was das Politische konstituiert, was Repräsentation be- deutet und wie sie umgesetzt werden sollte (Landshut), inwieweit das Rollenverständnis der Mandatsträger in der konkreten Ausgestaltung des Amtsgedankens praktiziert wird (Hennis) und wie die...

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