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Literatur und Freiheit von Lessing bis zur Gegenwart

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Bodo Heimann

Das Buch ist mehr als eine Sammlung teils bisher verstreut veröffentlichter, teils noch unveröffentlichter Aufsätze, Essays und Vorträge. Die Autoren und Texte ergänzen sich in einem vielfältigen Zusammenhang europäischer literarischer Geschichte der Neuzeit, in dessen Mittelpunkt es um die Wiederbelebung und Verwirklichung von Freiheit geht. Die Autoren verständigen sich über Jahrhunderte hinweg: Lessing in seinem lebhaften und nie abgeschlossenen Denken mit Autoren der Renaissance; Goethe mit seiner Wiederbelebung der göttlichen Pandora, für die sich im 20. Jahrhundert auch Peter Hacks begeistert; Kleist mit seinen Frauengestalten; Eichendorff mit seiner Teilnahme am Freiheitskrieg und seiner Verspottung der Restauration; Heine mit seiner Selbstbefreiung durch Ironie und Spott und seiner Sympathie für Götter und Frauen. Was die Literatur um 1800 mit dem Avantgardismus des 20. Jahrhunderts verbindet, wird deutlich; und auch, wie leicht im 20. Jahrhundert der Gewinn von Freiheit in neue Zwänge umschlagen kann.

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Die Konvergenz der Einzelgänger - Literatur als Integration des problematischen Individuums in die Volksgemeinschaft: Hermann Stehr – Emil Strauß – Erwin Guido Kolbenheyer

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Die Konvergenz der Einzelgänger Literatur als Integration des problematischen Individuums in die Volksgemeinschaft Hermann Stehr – Emil Strauß – Erwin Guido Kolbenheyer Aber wie sollen wir aus einer Nacht finden, in der das Licht eine Dunkelheit ist?! Hermann Stehr Wenn mir nun weder Buddha noch Platon noch Jesus noch Mohammed noch Kant den von ihnen gefundenen Sinn aufzwingen können -? Was dann-? Emil Strauß Nun ist aber, je weiter die Differenzierung reicht, je kühner das regnum hominis wächst, in gleichem Maße Übersicht und Einsicht in den mächtigen überindividuellen Wirkungszusammenhang für den Einzelmenschen erschwert, ja unerfaßbar geworden. Erwin Guido Kolbenheyer “Damals wurde ich mir bis ins Innerste bewußt, daß das deutsche Bürgertum am Ende einer Mission steht und zu keiner weiteren Aufgabe mehr berufen ist.”289 Mit diesem antibürgerlichen Affekt steht Hitler in einer Tradition, die ins 19. Jahr- hundert zurückreicht und mit anderen Vorzeichen auch heute nicht ganz unbekannt ist. Alt und oft begründet sind die Klagen darüber, dass das Bürgertum – nicht nur das deutsche – seine historische Mission nicht erfüllte beziehungsweise verriet, dass es beispielsweise die Verwirklichung seiner Ideale – Freiheit, Gleichheit, Brü- derlichkeit, Nationalstaat und Menschenwürde – nur halbherzig betrieb und zu- gunsten näherliegender materieller Interessen vernachlässigte. Konzentration auf das Wirtschaftliche, Kulturlosigkeit, Eigennutz, Profitdenken, Ausbeutung der wirtschaftlich Schwächeren, Preisgabe des Allgemeininteresses zugunsten der Si- 289 Adolf Hitler: Mein Kampf, 227.-231. Aufl. München 1937. S. 774. Vgl. ebd. S. 451: “Un- ser...

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