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Konstruktionsgrammatik in den romanischen Sprachen

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Sabine De Knop, Fabio Mollica and Julia Kuhn

Trotz der allgemeinen Akzeptanz der Konstruktionsgrammatik für die Beschreibung sprachlicher Phänomene im englischen und deutschen Sprachraum hat das Modell der Konstruktionsgrammatik bislang wenig Interesse in der Romanistik gefunden. Dieser Band bietet zwölf konkrete Untersuchungen zu Konstruktionen unterschiedlicher Komplexitätsgrade aus der Morphologie, der Syntax und der Textlinguistik und zwar für die romanischen Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, und Katalanisch, sowie für Latein, und zeigt dabei den Nutzen konstruktionsgrammatischer Beschreibungsansätze auf.

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El correpasillos oder warum romanische Bobbycars gute Konstruktionen sind

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Cosima Scholz 1. Einleitung Romanische Verb-Nomen-Komposita (VNK) haben aufgrund ihrer strukturellen und semantischen Konfiguration viel Aufmerksamkeit1 erregt; sie sind - bedingt durch ihre Exozentrizität - „potentially very problematic cases" (Scalise et al. 2009: 65). Exozentrisch beschreibt den Umstand, bei dem bei einer (morphologisch) komplexen Form kein Element identifiziert werden kann, das den Kopf der kom­ plexen Einheit darstellt. Romanische VNK beispielsweise setzen sich aus einer verbalen und einer nominalen Konstituente zusammen, von denen keine weder den semantischen Denotatsbereich noch die kategorialen Merkmale der Einheit bestimmt (vgl. (1)). (1) Spanisch cortabolsas [N.MASC.SG] schneid (VERBALER STAMM)-Tasche-n [N.FEM-PL] 'Taschendieb' Frühe Ansätze, die sich mit diesem Wortbildungstyp beschäftigen, erstellen in der Regel funktionale Klassifizierungen, die romanische VNK in Bezug auf wesentli­ che Bezeichnungsgruppen zusammenfassen und gruppieren (vgl. u. a. Lloyd 1968; Spratte 1979; Bierbach 1982; Bustos Gisbert 1986; Bork 1990). Bei dieser Art der Klassifizierung wird jedoch häufig kein systematischer Zusammenhang zwischen der Form und/oder der Semantik der Bestandteile eines VN-Kompositums und seiner Gesamtbedeutung hergestellt. 1 Für einen Überblick vgl. u. a. Rainer 1993; Gather 2001. 26 Cosima Scholz Auf eine mehr oder minder subjektive Gruppierung funktionaler Eigenschaften romanischer VNK folgte seit Mitte der 1980er eine formfokussierte Betrachtung, die im Rahmen einer formalisierenden Darstellung und universalgrammatischen Perspektive den unterschiedlichen Denotaten wenig Beachtung schenkt (vgl. hier­ zu u. a. Varela 1990; Di Sciullo1996; Bok-Bennema/Kampers-Manhe 2006). Mögli­ che Lesarten romanischer VNK werden in diesen Analysen deduktiv auf eine, d. h. auf eine agentive Bedeutung reduziert. Ziel dieses Aufsatzes...

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