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Die Johanniterballei Westfalen

Unter besonderer Berücksichtigung der Lebensformen der Zentralkommende Steinfurt und ihrer Membra

Marc Sgonina

Diese Arbeit klärt die Verknüpfung der Kommende Steinfurt zu seinen Membra, vor allem jedoch ihr Wirken als Filialkommende der Ballei Westfalen. Zu diesem Zweck wurden die Tätigkeiten des Balleiers von Westfalen untersucht. Hierfür war es unabdingbar, die Arbeit der Johanniter vor Ort, d.h. in Steinfurt selbst, zu berücksichtigen. Ziel war es, ein Gesamtbild der Geschichte der Kommende herauszuarbeiten. Schwerpunkte sind dabei das institutionelle Wirken der Johanniter auf die Aspekte Wirtschaft und Politik in der Region, sowie die Einsicht in die Verwaltungsstruktur der Kommende. Der Forschungszeitraum endet mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Komtur und Mitglieder des Ordens in Steinfurt waren 1622 nach Münster gezogen.

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5. Die politischen Beziehungen der Kommende Steinfurt

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5 Die politischen Beziehungen der Kommende Steinfurt Von einer aktiven, also landesherrlichen, Politik der Johanniter in Westfalen kann nur mit erheblichen Einschränkungen die Rede sein. Zwar übten sie die Herrschaft über ihre Untergebenen aus, doch fehlten ihnen in vielen Fällen die Mittel, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Nicht selten brauchten sie dazu die Hilfe der örtlichen Fürsten. Damit galt für die Johanniter dasselbe wie etwa laut Dorn für den Deutschen Orden: „Die Ballei, ihr Landkomtur und ihre Komture betrieben keine aktive Politik.“139 Es war vielmehr ein Reagieren auf die sich verändernden Verhältnisse. Trotz allem kämpfte der Orden um seine Machtposi- tion, die gerade in der Reformation während der Säkularisierung in Frage ge- stellt wurde. Der Grund für die insgesamt passive Politik der Johanniter findet sich in der Familienzugehörigkeit der Balleier und Komture zum örtlichen Adel. So wollten die Amtsträger nur selten den Herrschaftszielen der eigenen Ver- wandtschaft im Weg stehen.140 5.1 Verhältnis zum Orden Im Gegensatz zum Deutschen Orden fehlten den Johannitern der zentralisierte, hierarchische Aufbau sowie die Abschottung gegen äußere Einflüsse. Sie besa- ßen eine fast unabhängige Stellung gegenüber der Kirche, behielten jedoch ihren geistlich-karitativen Charakter über die Jahrhunderte bei. Niemals aber errichte- ten die Johanniter einen Territorialstaat wie der Deutsche Orden, noch gelang ih- nen die straffen Organisation ihrer in ganz Europa verstreuten Besitzungen ähn- lich den Templern. Openoorth sieht den Grund dafür in ihrem fortgesetzten Kampf gegen...

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