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Die Johanniterballei Westfalen

Unter besonderer Berücksichtigung der Lebensformen der Zentralkommende Steinfurt und ihrer Membra

Marc Sgonina

Diese Arbeit klärt die Verknüpfung der Kommende Steinfurt zu seinen Membra, vor allem jedoch ihr Wirken als Filialkommende der Ballei Westfalen. Zu diesem Zweck wurden die Tätigkeiten des Balleiers von Westfalen untersucht. Hierfür war es unabdingbar, die Arbeit der Johanniter vor Ort, d.h. in Steinfurt selbst, zu berücksichtigen. Ziel war es, ein Gesamtbild der Geschichte der Kommende herauszuarbeiten. Schwerpunkte sind dabei das institutionelle Wirken der Johanniter auf die Aspekte Wirtschaft und Politik in der Region, sowie die Einsicht in die Verwaltungsstruktur der Kommende. Der Forschungszeitraum endet mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Komtur und Mitglieder des Ordens in Steinfurt waren 1622 nach Münster gezogen.

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11. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

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11 Zusammenfassung und Schlussfolgerung Die Johanniterkommende Steinfurt wurde Ende des 12. Jahrhunderts von den Herren von Steinfurt gegründet. Für die Stadt selbst bedeutet die Ansiedlung der Johanniter eine Verbesserung der Lebensqualität. Unter anderem waren die Jo- hanniter als Heilkundige und 'Ärzte' nach Steinfurt geholt worden. Ihre Anwe- senheit erhöhte den Wohlstand und das Ansehen der Stadt. Sie machten einen Anschluss an ein Fernhandelsnetz notwendig, da sie auf besondere Waren (Kult- geräte, Seidenmäntel) angewiesen waren und das Korn aus ihrem Vilikationsbe- zirk umsetzen mussten. Doch erst 1230 begann das karitativ-religiöse Wirken der Johanniter mit der Schenkung der Dreizehn-Armenstiftung. Nun besaß die Kommende eine Fi- nanzgrundlage, die ein regelmäßiges Einkommen sicherte. Auch für die Stadt war die Schenkung ein Vorteil, da „gutes weißes Deventer Salz“, „gute Heringe und guter Stockfisch“ auf die Märkte geliefert wurden, um die Bedingungen der Dreizehn-Armenstiftung zu erfüllen. Die Herren von Steinfurt wachten über die genaue Einhaltung: Jede Veränderung im Besitzstand der Stiftung wurde ur- kundlich niedergeschrieben. Gerade in der Reformationszeit kam es immer wie- der zu Streit: Den Johannitern wurde nachgesagt, die Armenpfründe unzurei- chend auszuteilen. Dies dürfte eher an der Konfessionsproblematik gelegen ha- ben – die Grafschaft Steinfurt war 1544 evangelisch geworden – als an den Jo- hannitern. Weitere karitative Aufgabe der Kommende war die Unterstützung der Armen durch Almosen. Fremde Pilger und Kranke erhielten freie Aufnahme ins Hospital und wurden gepflegt. 1495 waren es täglich 14 Arme, die mit...

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