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Die Entdeckung des Blutkreislaufs

Historische Entwicklung der Erkenntnisse über den Blutkreislauf- Auswirkungen auf das heutige Verständnis von Herzkreislaufkrankheiten

Konrad Wink

Die Entdeckung des Blutkreislaufs war ein langwieriger Prozess. Er reicht von der Antike bis in die Neuzeit. In der Antike kannte man keinen Kreislauf, sondern glaubte, dass das Herz eine Wärmepumpe ist, von der eine Beseelung ausgeht (Spiritus vitalis und animalis). Im Mittelalter wurde der Lungen- oder kleine Kreislauf zum Abrauchen der Fuligines über die Lunge entdeckt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte die Entdeckung des großen Kreislaufs und in der zweiten Hälfte die Entdeckung des Blutübertritts von den Arterien zu den Venen. In den folgenden Jahrhunderten erkannte man die Bedeutung des Blutkreislaufs für die Ernährung der Organe, die differenzierte Funktion des arteriellen Gefäßsystems und die Möglichkeit, Krankheiten des Herzens und im gesamten Organismus zu erkennen und zu behandeln. Die Entwicklung der Erkenntnisse über die Entdeckung des Blutkreislaufs wurde insbesondere anhand von Originaltexten der entscheidenden Persönlichkeiten dargestellt (z.B. William Harvey).

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2. Die Entdeckung des Blutkreislaufs (1, 6, 8)

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2.1 Erste Entdeckung In dem seltensten chinesischen Lehrbuch der Medizin, dem „Goldenen Buch“: „Huang-ti Nei-ching“ aus der Zeit zwischen 2697 und 2597 v. Chr. wird erstmalig eine kreisförmige Bewegung des Blutes im menschlichen Körper beschrieben. Das Buch enthält Fragen des Kaisers Huang-Ti und Antworten seines Ministers Chi-Po über Physiologie, Pathologie und allgemeine Krankheitslehre. Das Alter des Buches ist allerdings nicht gesichert. Wenn es aber aus der Zeit um 2000 v. Chr. stammen sollte, wäre es immer noch die erste Beschreibung. Das Buch ist allerdings nur sehr schwer zu verstehen und der chinesische Arzt Backing-Liang-Chanhai, der es ins Deutsche übersetzte, weist darauf hin, dass er nicht alle Kapitel übersetzen konnte. Die kreisförmige Bewegung des Blutes im menschlichen Körper bezieht sich auf Thema 39, Kapitel 11: Es bestehen Blutbahnen ohne aufzuhören und sie zirku- lieren ununterbrochen. Nach Thema 10, Kapitel 3, beherrscht das Blut sämtliche Blutbahnen und das Blut des ganzen Körpers gehört dem Herzen an. Es werden drei Arten von Gefäßen unterschieden: Hauptgefäße, Verbindungs- gefäße und Kapillaren der Haut (Enkelgefäße). Unter Ying und Yang wird auch das arterielle und venöse Blut verstanden. Auf die Frage des Kaisers Huang-Ti, warum das ausfließende Blut manchmal spritze und manchmal etwas schwärzlich und trüb sei, lautete die Antwort seines Arztes: „Das Blut, das mehr Ying Pneuma enthält, ist nicht so klebrig und spritzt deshalb bei der Punktion. Dasjenige Blut hingegen, in welchem sich das Yang Pneuma...

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