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Die Entdeckung des Blutkreislaufs

Historische Entwicklung der Erkenntnisse über den Blutkreislauf- Auswirkungen auf das heutige Verständnis von Herzkreislaufkrankheiten

Konrad Wink

Die Entdeckung des Blutkreislaufs war ein langwieriger Prozess. Er reicht von der Antike bis in die Neuzeit. In der Antike kannte man keinen Kreislauf, sondern glaubte, dass das Herz eine Wärmepumpe ist, von der eine Beseelung ausgeht (Spiritus vitalis und animalis). Im Mittelalter wurde der Lungen- oder kleine Kreislauf zum Abrauchen der Fuligines über die Lunge entdeckt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte die Entdeckung des großen Kreislaufs und in der zweiten Hälfte die Entdeckung des Blutübertritts von den Arterien zu den Venen. In den folgenden Jahrhunderten erkannte man die Bedeutung des Blutkreislaufs für die Ernährung der Organe, die differenzierte Funktion des arteriellen Gefäßsystems und die Möglichkeit, Krankheiten des Herzens und im gesamten Organismus zu erkennen und zu behandeln. Die Entwicklung der Erkenntnisse über die Entdeckung des Blutkreislaufs wurde insbesondere anhand von Originaltexten der entscheidenden Persönlichkeiten dargestellt (z.B. William Harvey).

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7. Historische Entwicklung der neuen Erkenntnisse bezüglich Struktur, Funktion und Fehlfunktion des Organismus

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Die Entdeckung des Blutkreislaufs durch William Harvey (1628) stieß deshalb besonders auf Unverständnis, weil man den Sinn der großen zirkulierenden Blutmenge nicht verstehen konnte. Wozu, fragten die Zeitgenossen, fließen kontinuierlich etwa 5 l Blut pro Minute durch den Körper? Diese große Blutmenge führte dazu, dass man sich die Bildung in der Leber nicht mehr vorstellen konnte, was aber den großen Blutbedarf nicht erklärt. Erst als man lernte, dass die einzelnen Zellen einen sehr großen Sauerstoff- bedarf hatten, wurde die große umlaufende Blutmenge verständlich. Sie diente zur Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Zelle und Abtransport von Kohlen- dioxid sowie anderer Abfallprodukte aus der Zelle. Die große Menge an benötigtem Sauerstoff klärte die Funktion der Lunge als Aufnahmeorgan des Sauerstoffs und zur Abgabe von Kohlendioxid. Die große Menge konnte nicht in der Leber gebildet werden, aber dann erhob sich die Frage, wo wird das Blut gebildet? Man erkannte, dass das Knochenmark in erster Linie die Bildungsstätte des Blu- tes ist, aber dabei auch die vielfältigen Funktionen des Blutes, aber auch der Leber. Jedoch nicht alle toxischen Substanzen können durch die Lunge ausgeschieden werden. Man erkannte, dass die Funktion der Nieren hier entscheidend ist, dass aber der Blutdruck, Wasser-, Salz- und Elektrolythaushalt durch die Nieren geregelt wird. Die Niere kann aber ihrer Funktion nur nachkommen, wenn sie von einem Vielfachen dessen, was sie zur Ernährung braucht, durchblutet wird. Hätte man die Nierenfunktion schon...

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