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Schriften zur Synchronie und Diachronie des Deutschen

Herausgegeben von Andrzej Kątny, Michail Kotin, Elisabeth Leiss und Anna Socka

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Andrzej Katny, Michail L. Kotin, Elisabeth Leiss and Anna Socka

Das Buch stellt einen Ab- und Umriss des bisherigen wissenschaftlichen Lebenswerks Werner Abrahams dar. Werner Abraham, bis 2001 fast 30 Jahre lang Lehrstuhlinhaber für germanistische Linguistik und Mediävistik an der Rijksuniversiteit Groningen, bekleidete nicht nur akademische Lehrstellen auf der ganzen Welt, sondern hat auch mit über 700 wissenschaftlichen Publikationen auf den Gebieten der modernen Grammatikforschung, der Dialektologie, der übereinzelsprachlichen Typologie, des Deutschen als Fremdsprache und der semantisch-pragmatischen Analyse literarischer Werke nachhaltigen Einfluss ausgeübt. Die ausgewählten, ausschließlich deutschsprachigen Artikel dokumentieren relevante und bis heute produktive Anstöße für die Fächer Germanistische Linguistik und Allgemeine Sprachwissenschaft.

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3. Modalität – Sprecherdeixis und Fremdbewusstseinsabgleich

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Diskurspartikel zwischen Modalität, Modus und Fremdbewusstseinsabgleich (Theory of Mind)* „A person who has not studied German can form no idea of what a perplexing language it is”. (Mark Twain) 1. Kurze Vorrede – und Widmung für Harald Weydt Es ist ja nicht zu übersehen – und es hat dazu auch diesbezügliche Auszählungen gegeben (Helbig/Kötz 1985: 7) ‑, dass die gesprochene Sprache Modalpartikeln (MP) in weitaus reicherem Maße einsetzt als die Schriftsprache. So kommt auch Weydt (1969: 95f.) zu dem generalisierenden Schluss: „Je umgangssprachlicher ein Text ist, desto partikelreicher ist er in der Regel auch.‟ Und nach Harden (1983a,b) und Harden & Rösler (1981) wirken gesprochene Texte mit ‛Abtönungs partikeln’ (Ter- minus geprägt durch Weydt 1969, hier stattdessen allgemein ‛MP’) anders als ohne sie; d.h. die Rede wirke mit MP rhythmischer und emotionaler. Dieser empirische Grundbefund zusammen mit der bereits intuitiv nachvollzieh- baren thematischen Marke, dass die Frequenz der Kategorie MP im Deutschen weit häufiger ist als in anderen Sprachen, bildet den Faktenhintergrund für die folgende Auseinandersetzung zu dem Thema der Modalität schlechthin – also unter Einbe- zug jener Modalität, die durch Modalverben zum Ausdruck kommt, wenn letzteres auch bloß marginal: eben so viel, wie nötig ist, um auf die gesprochener Rede eige- nen, ja unverzichtbaren Eigenschaften gegenüber Schriftsprachlichem hinzuwei- sen (dazu sehr viel eingehender Abraham 2009a,b,c). Daher seien an den Anfang eine Reihe besonders bedeutsamer Einsichten zu MP und Modalität im Allgemei- nen gestellt – solcher Einsichten,...

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