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KulturRaum

Zur (inter)kulturellen Bestimmung des Raumes in Sprache, Literatur und Film

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Edited By Ernest W. B. Hess-Lüttich and Pornsan Watanangura

Seit einiger Zeit ist in den Kultur- und Textwissenschaften die Kategorie des Raumes so stark in den Vordergrund getreten, dass man sich längst angewöhnt hat, von einem spatial turn zu sprechen. Die Debatte entsprang in den literarästhetisch motivierten Cultural Studies bekanntlich zunächst dem Versuch, die «Postmoderne» von der «Moderne» abzuheben: Diese sei dadurch gekennzeichnet, dass sie in Ordnungskategorien der Zeit denke, jene aber in solchen des Raumes. In den Literaturwissenschaften wird im Gefolge dieser Debatte die Wahrnehmung von Räumen (Orten, Landschaften usw.) inzwischen auch als Metapher für Denkfiguren, Schreibweisen, Sprachkontakte oder mediale Räume diskutiert (siehe auch die Beiträge zum GiG-Band über Metropolen). Auch in den Sprachwissenschaften ist die Untersuchung räumlicher Relationen und deren Niederschlag im sprachlichen Gebrauch und in Zeigehandlungen seit langem ein etabliertes Forschungsfeld. Beide Forschungsstränge gilt es daher für die Untersuchung interkultureller Sprach- und Literaturdiskurse fruchtbar zu machen, indem eine internationale Autorenschaft speziell für diesen Band drei Problemfelder aus interkultureller Perspektive in den Blick nimmt: Literarische Modellierungen des Raumes, Sprachliche Mittel zum Ausdruck räumlicher Relationen und die Visualisierung des Raumes in Kunst, Film und Neuen Medien.

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Vorwort

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Seit einiger Zeit wird in den Kultur- und Textwissenschaften, zunächst des angelsächsischen und francophonen Sprachraums, zunehmend aber auch in germanistischem Zusammenhang, die Kategorie des Raumes und dessen Rolle in der Verständigung, der interkulturellen zumal, so lebhaft thematisiert, dass man sich längst angewöhnt hat, von einem spatial turn zu sprechen. Die Debatte entsprang in den literarästhetisch motivierten Cultural Studies bekanntlich zunächst dem Versuch, die ‚Postmoderne‘ von der ‚Moderne‘ abzuheben: diese sei dadurch gekennzeichnet, dass sie in Ordnungskategorien der Zeit denke, jene aber in solchen des Rau- mes. In den Literaturwissenschaften ist im Gefolge dieser Debatte die Wahrnehmung von Räumen (Orten, Landschaften usw.) in den Vorder- grund gerückt (cf. auch die Beiträge zum GiG-Band über Metropolen), wobei sich der Begriff ‚Raum‘ nicht unbedingt auf reale Räume unserer dreidimensionalen Lebenswelt beziehen muss. Er kann auch als Meta- pher für Denkfiguren, Schreibweisen, Sprachkontakte oder mediale Räu- me gebraucht werden. Aber auch in mehreren Sparten der Sprachwissenschaften, seien sie systemlinguistisch, psycho- oder soziolinguistisch orientiert, und beson- ders auch in semiotisch basierten Ansätzen, ist die Untersuchung räumli- cher Relationen und deren Niederschlag im sprachlichen Gebrauch (und in Zeigehandlungen) seit langem ein etabliertes Forschungsfeld, das es nun für die Untersuchung interkultureller Kommunikation stärker als bisher fruchtbar zu machen gilt. In der Deutschen Philologie schließlich ist es vor allem die beide For- schungsstränge verknüpfende interkulturelle Germanistik, die als Fremd- kulturforschung neben der Zeit auch den Raum seit je...

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