Show Less

Die «Gläserne Decke»: Fakt oder Fiktion?

Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen

Series:

Edited By Dolors Sabaté Planes and Marion Schulz

Die Metapher Gläserne Decke steht für Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie in ökonomischen wie alltäglichen Bereichen in klassische Männerdomänen einzudringen suchen, etwa Anspruch auf Führungspositionen erheben. Vor rund dreißig Jahren fassten Soziologen in den USA dieses Phänomen im wirtschaftlichen Bereich als glass ceiling. Die in diesem Band zusammengestellten Analysen literarischer Texte zeigen, wie das Phänomen der Gläsernen Decke das Alltagsleben von Frauen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert auf differenzierte, häufig unterschwellige und erschreckend selbstverständliche Weise bestimmt. Gleichzeitig schaffen sich die untersuchten Autorinnen mit ihren autobiografischen Texten, Romanen, lyrischen und dramatischen Werken Freiräume und brechen tradierte Grenzen auf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Montserrat Bascoy Lamelas: Der Beruf der Frau als soziale Pflicht. Marianne Webers ethischer Diskurs in "Erfülltes Leben" (1946)

Extract

Der Beruf der Frau als soziale Pflicht Marianne Webers ethischer Diskurs in Erfülltes Leben (1946) Montserrat Bascoy Lamelas Unter den bekanntesten Namen der deutschen bürgerlichen Frauenbewegung klingt heute immer noch der von Marianne Weber (1870-1954). Nach ers- ten Kontakten mit der Frauenbewegung 1894 in Freiburg gründete Marianne Weber 1897, nach der Übersiedlung des Ehepaares Weber nach Heidelberg, die Heidelberger Sektion des Vereins „Frauenbildung-Frauenstudium“. 1901 trat sie als Vorstand des „Bundes Deutscher Frauenvereine“ auf und zwischen 1919 und 1923 war sie dessen erste Vorsitzende. Marianne Weber war – als einziges weibliches Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei – 1919 Abgeordnete im Badischen Landtag und wirkte in dieser Funktion an der Erarbeitung der neuen Landesverfassung mit. Obwohl sie keine akademischen Bildungsabschlüsse hatte, nahm Marianne Weber auf eigenen und auf Wunsch ihres Mannes – des berühmten Soziologen Max Weber, den sie 1893 geheiratet hatte – an verschiedenen Seminaren der Universität teil und befasste sich vor allem mit Philosophie und Soziologie. In ihrer Autobiografie beschreibt sie ihr Eindringen in die Welt der Wissenschaft und der Kultur einerseits als ein anregendes Moment, andererseits jedoch auch als verbunden mit der Vernachlässigung der häuslichen Pflichten, die sie einem Dienstmädchen anvertrauen musste.1 Dieses neue Frauenbild der geis- Diese Arbeit ist Teil des Forschungsprojekts Textos narrativos escritos por muje- res en lengua alemana (HUM2005-00549), das vom Ministerio de Educación y Ciencia finanziert wird. 1 Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs veröffentlichte Marianne Weber ihre Autobiografie. Sie beschreibt ihre familiäre und geografische Herkunft,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.