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Geographische Energieforschung

Strukturen und Prozesse im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Sicherheit

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Frank Schüssler

Die junge geographische Disziplin «Geographische Energieforschung» befindet sich im Aufwind und findet starkes öffentliches Interesse. In diesem Band werden die Resultate der dritten Jahrestagung des Arbeitskreises «Geographische Energieforschung» der Deutschen Gesellschaft für Geographie vorgelegt. Einige konzeptionelle Beiträge bilden dabei einen Schwerpunkt, darauf aufbauend folgen Artikel zu spezifischen Anwendungsbereichen und Lösungskonzepten. Alle Autoren in diesem Band eint die geographische Perspektive sowie das wissenschaftliche Interesse für das globale Megathema Energie. Gemeinsam repräsentieren die Autoren das große Spektrum der geographischen Energieforschung, innerhalb dessen jeder seine spezifischen fachlichen und regionalen Kompetenzen einbringt.

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Carbon Lock-in in der Automobilindustrie? Umweltpolitik und Entwicklungspfade

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URS MAIER 1 EINE BRANCHE UNTER DRUCK Die Automobilindustrie steht unter Druck, und das nicht erst seit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise: Die Hersteller sollen Autos bauen, die erstens weniger Benzin oder Diesel verbrauchen, um begrenzte fossile Ressourcen zu schonen, zweitens weniger Schadstoffe emittieren, um die Luft vor allem in Städten zu verbessern und drittens weniger CO2 produzieren, um den Klima- wandel zu verlangsamen. Während bei der Reduktion „klassischer Schadstoff- Emissionen“ neuer Autos enorme Erfolge verzeichnet werden konnten, haben sich Kraftstoffverbrauch und der daran gekoppelte CO2-Ausstoß nur wenig vermindert. In Deutschland gingen die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Neuwagenflotte von 194g CO2/km im Jahr 1995 auf 170 g CO2/km im Jahr 2007 zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Leistung um 17% auf 93 kW (SRU 2008). Die geringe Verbrauchsreduzierung ist demnach auch darin begründet, dass die Motoren immer leistungsstärker geworden sind. Denn nur mit erhöhter Motorleistung lassen sich die durch komfortsteigernde und sicher- heitserhöhende Maßnahmen schwereren Autos mit den gewohnten Fahreigen- schaften bewegen. Wie aber passt das zusammen mit den vielfältigen technologischen Entwicklun- gen in den Bereichen alternative Antriebe und Kraftstoffe einerseits und einem erstarkenden internationalen Regulierungsregime bezüglich Umweltpolitik ande- rerseits (vgl. RYAN / TURTON 2007)? Oder anders formuliert: Warum ist das kon- ventionelle automobile Antriebskonzept (interner Verbrennungsmotor plus fossi- le Kraftstoffe) trotz des zunehmenden umweltpolitischen Drucks und angesichts angeblich überlegener Alternativen so dominant? Können wir gar von einem carbon lock-in (UNRUH 2002) – also von der Verfestigung eines kohlenstoff- basierten...

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