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Bild-Linguistik

Grundbegriffe und Methoden der linguistischen Bildanalyse in Text- und Diskursumgebungen

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Franziska Große

Nie zuvor waren Bilder so präsent wie heute. Im «Optischen Zeitalter» ist die Fähigkeit zum «Bilderlesen» zu einer kulturellen Schlüsselkompetenz geworden, denn Sprache-Bild-Komplexe sind die wichtigsten Botschaftsträger, mit denen Menschen sich heute massenmedial verständigen. Sprache und Bild gehen dabei immer komplexere Synergien ein und bestimmen unseren kommunikativen Alltag. Diese Phänomene aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive zugänglich und beschreibbar zu machen, ist das Hauptanliegen der hier vorgestellten methodologischen Ansätze und der Typologie einer linguistischen Bildanalyse. Bilder werden darin in mehrere Beschreibungsebenen unterteilt und auf strukturelle, thematische, semantische, pragmatische und kommunikativ-funktionale Aspekte hin untersucht.

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III Zum Bildbegriff

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„Visuelle Formen - Linien, Farben, Proportionen usw. - sind ebenso der Artikulati- on fähig wie Wörter.“ (Langer 1984: 99) „Was ist ein Bild?“, so lautet der Titel des von Boehm (1994) herausgegebenen Sammelbandes, der eines deutlich macht: die Frage nach dem Wesen des Bildes berührt zahlreiche Disziplinen, wie etwa philosophische, semiotische, kunsthis- torische sowie medien- und kulturwissenschaftliche Überlegungen zur Bildtheo- rie und zu Bildphänomenen. Aus der Vielfalt der Betrachtungsweisen ergeben sich Unschärfen in der Rede über Bilder und über relevante Begriffsbildungen zur Bildlichkeit, wie z.B. „mentales“, „materielles“ und „sprachliches“ Bild. Eine allgemein akzeptierte Bilddefinition liegt bisher nicht vor und es ist auch fraglich, ob eine solche Begriffsbestimmung praktisch möglich und theore- tisch nützlich wäre, da die Gegenstandsbestimmung einer wissenschaftlichen Disziplin nicht nur durch die Eigenschaften der Objekte bestimmt wird, sondern in erster Linie auch von den jeweiligen Untersuchungszielen abhängen. Weil die bildliche Phänomene (im Kontext von Sprache) und die Charakte- ristika ihrer „Bildlichkeit“ aus sprachwissenschaftlicher Sicht das Haupttopos der ganzen Arbeit ist, kann hier keine wie auch immer geartete Bilddefinition vorangestellt werden. Denn das Wesen einer jeden Begriffsbestimmung liegt gerade in der Begrenzung eines Sachverhalts auf bestimmte Aspekte, die die folgende Untersuchung ja erst hervorbringen sollen. Entsprechend den methodologischen Einschränkungen des Untersuchungs- gegenstands (vgl. Kapitel I.4, S. 17ff.) auf die Gemeinsamkeiten und Unter- schiede der Kodalität von monologischen, schrift-sprachlichen und bildlichen Kommunikationsformen sowie der Modalität von Sprach-Bild-Komplexen und ihrer graduellen, intramodalen Abstufungen von eigenständig dynamisch (in...

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