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Bild-Linguistik

Grundbegriffe und Methoden der linguistischen Bildanalyse in Text- und Diskursumgebungen

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Franziska Große

Nie zuvor waren Bilder so präsent wie heute. Im «Optischen Zeitalter» ist die Fähigkeit zum «Bilderlesen» zu einer kulturellen Schlüsselkompetenz geworden, denn Sprache-Bild-Komplexe sind die wichtigsten Botschaftsträger, mit denen Menschen sich heute massenmedial verständigen. Sprache und Bild gehen dabei immer komplexere Synergien ein und bestimmen unseren kommunikativen Alltag. Diese Phänomene aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive zugänglich und beschreibbar zu machen, ist das Hauptanliegen der hier vorgestellten methodologischen Ansätze und der Typologie einer linguistischen Bildanalyse. Bilder werden darin in mehrere Beschreibungsebenen unterteilt und auf strukturelle, thematische, semantische, pragmatische und kommunikativ-funktionale Aspekte hin untersucht.

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VI Bild – Text – Diskurs

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„Kulturen sind Zeichensysteme.“ (Posner 1991: 39) Der Begriff Diskurs ist – wie bereits der Textbegriff – eine linguistische Größe, die sehr heterogen verwendet wird und „dessen Differenziertheit und damit ver- bundene Unklarheit kaum größer sein könnte“ ( 2007b: 3). Daher hat sich in der Linguistik noch keine allgemeingültige Methode der Diskursanalyse etablieren können.141 Rellstab (2008 URL) geht sogar so weit zu sagen, „[…]diese gibt es nicht [und] wird es wohl auch nie geben.“ „Dazu [für eine einheitliche Diskursanalyse, Anmerkung der Autorin] sind schon nur die Aussagen Foucaults, die ja den zentralen theoretischen Hintergrund liefern sollten, viel zu unscharf. So unabgeschlossen Foucaults Arbeit am Begriff Diskurs war, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten seiner linguistischen Interpreta- tion: die Arbeit am Begriff Diskurs ist jedenfalls heute noch keineswegs abgeschlos- sen.“ (Rellstab 2008 URL, Hervorhebung des Autors im Original) Die methodologischen und theoretisch-begründeten Vorgehensweisen zur sys- tematischen Analyse von Diskursen und ihren konstituierenden Strukturen (Dis- kursfragmente und Diskursstränge) auf unterschiedlichen Diskursebenen gestal- ten sich auf der Grundlage verschiedener theoretischer Konzepte sehr viel- schichtig.142 . In der linguistischen Forschung sind die empirischen Arbeiten Foucaults (1976) und seine diskurstheoretischen Überlegungen grundlegend. Eine Übersicht über aktuelle diskurslinguistische Ansätze, die sich nicht nur in marginaler Weise mit Foucault beschäftigen, sondern deren „zentrales Merkmal die Ausrichtung an Foucault ist und die ihre Konzepte und Gegenstandsbereiche gemäß Foucault'scher Theoreme organisiert bzw. das heuristische Potential der Foucault'schen Arbeiten erkennt“ (Warnke 2007b: 10) findet sich in Warnke (2007a). Diese ist nicht bestrebt, „das plurale...

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