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Das Strafrecht des klassischen islamischen Rechts

Mit einem Vergleich zwischen der islamischen und der modernen deutschen Strafrechtslehre

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Ali Türkmenoglu

Die Philosophie ist eine Frucht des Menschen und der Menschheit. Es wäre ideal und eine Bereicherung, wenn man die Ergebnisse des Denkens der verschiedenen Seiten miteinander vergleichen würde, um nützliche Erkenntnisse zu gewinnen. Dieses Buch befasst sich anhand der klassischen Fiqh-Literatur der bedeutendsten Rechtsschulen mit dem islamischen Strafrecht. Das Verständnis der Scharia wird differenziert dargestellt und erläutert. Ein wichtiger Irrtum besteht in der häufigen Ansicht, dass es sich bei der Scharia um einen unveränderbaren einheitlichen Corpus des islamischen Rechts handelt. Aufgezeigt werden zahlreiche im Westen vorhandene Missverständnisse und die Vermittlung eines klareren Bildes des islamischen Rechts. Herausgestellt werden soll die präventive Erziehung der islamischen Strafrechtsphilosophie. Der Vergleich des islamischen mit dem deutschen Strafrecht weist zahlreiche Parallelen auf, die sich hauptsächlich auf ihre Grundlagen beziehen.

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KURZE DARSTELLUNG DES ISLAMISCHEN RECHTSSYSTEMS

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17 K U R Z E D A R ST EL L U N G D ES ISL A M ISC H E N R E C H T SSY ST E M S 1. Die R echtsschulen Der Islam entstand als Gesellschafts- und Staatsordnung (al-umma al-islam!ya) nach der Higra, d.h. nach der Um siedlung des Propheten von M ekka nach M edina im Jahr 622 n. Chr. Unter der Führung des Propheten und der ersten Kalifen entstand das Rechtssystem der m uslim ischen Gemeinschaft in Medina, was in der Rechtsquelle der Sunna festgehalten ist. M it der Ausbreitung des Islam stießen die Muslime au f andere Traditionen und Rechtssysteme. A uf die damit einhergehenden Probleme m ussten die Rechtsgelehrten Antworten finden, die einerseits dem vorhandenen Gesetz entsprachen, andererseits das Fremde integrierten. Dabei durften die Lösungen nicht gegen Koran und Sunna verstoßen. In diesem Zusammenhang bildeten sich im 8. Jahrhundert die verschiedenen islamischen Rechtsschulen heraus. Die Vertreter dieser, unten beschriebenen, Rechtsschulen verfassten zahlreiche umfangreiche Werke, in denen sie ihre Rechtsauffassungen hinsichtlich eines Kult- (curf), Zivil- und Strafrechts darstellten. Als primäre Rechtsquellen dienten allen Rechtsschulen der Koran und die Sunna. Sie unterscheiden sich jedoch in der Anwendung weiterer Rechtsmittel, in den Fällen, für die es keinen Beleg im Koran und in der Sunna gibt. Es geht hierbei also um Rechtsquellen und Rechtsmittel, die die eigene Urteilsbildung der Rechtsgelehrten (ra’y / igtihad) ermöglichen. A uch innerhalb einer Rechtsschule gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die...

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