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Die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache

2., erweiterte Auflage

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Klaus-Peter Wegera

Die Diskussion um die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache begleitet die Germanistik von ihren Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart. Die wesentlichen Fragen, um deren Beantwortung es in der Diskussion geht, sind die nach dem Entstehungsort – der «Wiege» – der neuhochdeutschen Schriftsprache und die nach ihrem möglichen Schöpfer. Eng mit der letzten Frage verbunden ist die nach der Richtung der Entwicklung: «von unten nach oben» also volkssprachlicher Ausgleich als Basis für die Schriftsprache oder schreibsprachlicher Ausgleich und Rückwirkung auf die Mundarten. Das zentrale Problem der Diskussion zeigt sich nach wie vor darin, dass keiner der wichtigeren theoretischen Ansätze a priori völlig absurd erscheint. Jede Theorie enthält wohl einen Teil der Wahrheit: Sowohl Siedlerbewegungen als auch die Bildung, sowohl Luther als auch die Kanzleien und Offizinen, sowohl die Grammatiktheoretiker als auch die Dichtung, sowohl Sprachwertsysteme als auch die sich herausbildende Polyfunktionalität und die allmähliche Herausbildung einer zentralen Zielvarietät spielen eine mehr oder weniger bedeutsame – aber in der Regel noch nicht zufriedenstellend ausgelotete – Rolle.

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Theodor Frings: Einiges Grundsätzliches über den Weg zur deutschen Schriftsprache

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Theodor Frings Einiges Grundsätzliches über den Weg zur deutschen Schriftsprache [aus: Theodor Frings: Sprache und Geschichte III. (Mitteldeutsche Studien 18). Halle 1956, Vorwort, 3-10] Das Buch Kulturräume und Kulturströmungen im mitteldeutschen Osten, 1936, suchte vor jetzt 20 Jahren, den sprachlichen Aufbau des mitteldeutschen Ostens zu begreifen. Wie in den Kulturströmungen und Kulturprovinzen in den Rhein­ landen, 1926, vor 30 Jahren, arbeitete der Sprachforscher mit dem Historiker und Kulturhistoriker zusammen. Im Mittelpunkt steht die Landschaft, die schlecht und irreführend Obersächsisch heißt, und die man in Zukunft Meißnisch nennen sollte nach ihrem Kern. Das geschichtliche Verhältnis zu Thüringen wurde ge­ klärt, nach Schlesien ausgeschaut. Me i ß e n wurde als A u s g l e i c h s ­ l a n d s c h a f t , T h ü r i n g e n als E i n b r u c h s l a n d s c h a f t er­ kannt und gekennzeichnet. Das Meißnische weitesten Sinnes, sein Aufbau im Staat der Wettiner wurde gedeutet aus der Begegnung und Mischung von drei Siedelbahnen, einer mainischen, mitteldeutschen und niederdeutschen. Die grundlegende Bedeutung des Mainischen Anteils, der Sprache von Würzburg und Bamberg hat sich in der jüngeren Forschung erhärtet. Der soge­ nannte Mitteldeutsche Anteil wurde im wesentlichen auf Thüringen und Hessen eingeschränkt; die Rheinlande wären, wenn überhaupt, am schwächsten beteiligt. Auch der Niederdeutsche Anteil, und selbst...

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