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Sprachlehrforschung: Theorie und Empirie

Festschrift für Rüdiger Grotjahn

Edited By Annette Berndt and Karin Kleppin

Mit der vorliegenden Festschrift für Rüdiger Grotjahn wird ein Wissenschaftler geehrt, der die deutsche Sprachlehrforschung der letzten 30 Jahre maßgeblich geprägt hat. Die Beitragenden nehmen Forschungsschwerpunkte Rüdiger Grotjahns auf; die einzelnen Artikel bewegen sich in den Themenkreisen «Prüfen, Testen, Evaluieren», «Empirische Forschungsansätze» und «Individuelle Faktoren und Individualisierung». Teils sehr persönliche Rück- und Ausblicke einzelner Beitragender geben einen besonderen Blick «hinter die Kulissen» des Faches Sprachlehrforschung.

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Zu guter Letzt: der Jubilar

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Sprachlehrforschung im Spannungsverhältnis von Theorie, Empirie und Praxis: Perspektiven Ein Gespräch mit Rüdiger Grotjahn1 Welche Funktionen würden Sie der Sprachlehrforschung heute zuschreiben? Als allgemeines, übergeordnetes Ziel der Sprachlehrforschung würde ich definieren: Erforschung des komplexen, multidimensionalen Gegenstands- bereichs „Lehren und Lernen von Sprachen“. Dies bedeutet für mich sowohl Grundlagenforschung als auch Forschung mit einem praktischen Erkenntnis- interesse. Wichtig ist, dass es sich um einen komplexen und multidimensionalen Gegenstandsbereich handelt. Es wird in diesem Zusammenhang schon seit Beginn der Sprachlehrforschung von „Faktorenkomplexion“ gesprochen – ein Begriff, der aus der Pädagogik übernommen wurde. Für mich ist es ein Problem, dass dieser Komplexion des Gegenstandsbereichs auf methodologischer Ebene nicht genügend Rechnung getragen wird. Das heißt, insbesondere wenn quantitative Methoden zum Einsatz kommen, werden meist relativ einfache Verfahren verwendet wie Korrelationsberechnungen oder Mittelwertvergleiche. Komplexere Methoden, wie „Structural Equation Modelling“, werden bisher relativ selten verwendet. Dies gilt vor allem in Bezug auf die deutsche Sprach- lehrforschung und deutlich weniger z.B. für Nordamerika. Woran könnte das liegen? Ich vermute, dass einer der Gründe hierfür ist, dass es in Deutschland im Bereich der quantitativen Forschungsmethodologie kaum eine spezifische Ausbildung gibt. Wenn jemand in diesem Bereich methodologisch anspruchs- voller arbeitet, dann war es in der Vergangenheit meist jemand, der gleichzeitig auch in irgendeiner Form als Nebenfach Sozialwissenschaften, Soziologie oder Psychologie hatte. Meist gibt es diesen Hintergrund; jemand mit einer rein philologischen Ausbildung tendiert eher dazu, qualitative Methoden zu nutzen. Das ist eines der Probleme. Um auf...

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