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Fachdidaktik Deutsch – Rückblicke und Ausblicke

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Edited By Hartmut Jonas and Marina Kreisel

Der Sammelband vereinigt Beiträge über Entwicklungen, Positionen und aktuelle Probleme der Deutschdidaktik. Besonderen Wert legen die Autoren auf den historisch-vergleichenden Aspekt der Deutschdidaktik/West und der Deutschmethodik/Ost seit 1945. Deren Ergebnisse werden von ihnen kritisch reflektiert und funktional einbezogen, was in dieser Weise bisher kaum geschehen ist. Thematische Schwerpunkte sind dabei: Theorieentwicklung der Deutschdidaktik/-methodik seit 1945; Konzepte, Theorien und Routinen der Unterrichtsgestaltung in Gegenwart und Vergangenheit; Unterrichtsmethoden des Interpretierens, des produktiven Umgangs mit Literatur (auch des Mittelalters) und des Anfangsunterrichts; Deutschdidaktik und Didaktik der Mehrsprachigkeit.

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Historischer Überblick

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Bodo Lecke Positionen, Probleme und Tendenzen der BRD-Deutschdidaktik (1945–1990) Bevor einige wesentliche Tendenzen und Positionen der jeweiligen Entwicklungs- phase der Deutschdidaktik in der alten Bundesrepublik dargestellt und erläutert werden, sollte etwas zur Periodisierungsproblematik festgehalten werden. 1 Zur Periodisierung der Entwicklung der Deutschdidaktik (Fachdidaktik Deutsch) und des Deutschunterrichts von 1945 bis 1990 Bei der Vielfalt und Widersprüchlichkeit, den (Dis-)Kontinuitäten und Brüchen, ja der schieren „Masse“ dieses außerordentlich fruchtbaren und generativen Themas, fällt es schwer, ein „einheitliches“ allgemeinstes (allerdings wohl auch weitgehend inhaltsleeres) Definitionsmerkmal zu finden – wie die wohl am häu- figsten genannte „kommunikative Kompetenz“ (nach Jürgen Habermas). Schuster schreibt: Eine umfassende kommunikative Kompetenz trägt bei zur Lebensbe- wältigung und ist gleichzeitig unverzichtbare Ausstattung einer Lebensqualität, die die Mündigkeit des Einzelnen erst ermöglicht. (1995, S. 1) Zu diesem Problem formuliert Helmers: Auf der Suche nach systematisch, logisch und pragmatisch vertretbaren Kategorien der sprachlichen Kommunikation in der gesellschaftlichen Praxis stößt die Didaktik zunächst auf die vier wissenschaftlich gesicherten fundamentalen Kategorien: Sprechen, Lesen, Schreiben und Verstehen. Das ist die von der modernen Sprachpsychologie bestätigte Fächerung der sprachlichen Kommunikation. Sprechen und Schreiben bedeuten den aktiven Sprachvorgang, Lesen und Verstehen den rezeptiven Sprachvorgang. (1971, S. 33 f.) Bei der Vielzahl und Heterogenität der Teilgebiete kann man also nur bedingt von einer „einheitlichen“ Entwicklung oder gar von Fortschritt des Deutschun- terrichts und der Deutschdidaktik „im Ganzen“ sprechen. Vielmehr sind es mal diese, mal jene Teilgebiete, die gleichsam...

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