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Die Messbarkeit von Gewinnsteuerung mit Hilfe von Periodenabgrenzungen

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Sebastian Keßler

Dieses Buch beschäftigt sich mit Periodenabgrenzungsmodellen (accruals models), die zur Messung von Bilanzpolitik eingesetzt werden. Bestehende Ansätze wie das Jones- oder das McNichols-Modell weisen ein Endogenitätsproblem auf, wonach die erklärenden Variablen mit dem Fehlerterm einer Regressionsschätzung korrelieren. Dieses Problem wird zum Teil durch simultane Kausalität der Rechnungslegung hervorgerufen, die bei doppelter Buchführung durch das Berühren jeder Transaktion von mindestens zwei Konten vorliegt. Der Autor entwickelt zur Berücksichtigung dieses Aspekts ein Mehrgleichungsmodell, das auch Rechnungslegungsidentitäten erfasst. Er zeigt in einer Simulationsstudie für Unternehmen der EU mit Daten von 1995 bis 2011 durch den Modellvergleich, dass Periodenabgrenzungsmodelle nur bedingt zur Messung von Gewinnsteuerung geeignet sind.

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1. Problemstellung

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1 1. Problemstellung Wenn in empirischen Beiträgen untersucht wird, ob ein bestimmtes Ereignis Auslöser für Gewinnsteuerung ist oder ob bestimmte Rahmenbedingungen Gewinnsteuerung begünstigen oder erwarten lassen, muss Gewinnsteuerung zunächst operationalisiert werden. Erst danach können die Umstände, die die Gewinnsteuerung beeinflussen, untersucht werden. Aus diesem Grund ist das gewählte Thema der Messbarkeit von Bilanzpolitik als Synonym von Gewinn- steuerung auch von besonderer Relevanz. Die zur Messung von Gewinnsteue- rung verwendete Methodik beeinflusst die Ergebnisse der Untersuchungen, die zur Beantwortung der eigentlichen Forschungsfrage durchgeführt werden. Idea- lerweise erfolgt die Messung von Gewinnsteuerung ohne Verzerrung, d. h. sie ist frei von Messfehlern.1 Die empirische Realität ist weit entfernt von den idealen Bedingungen einer unverzerrten Messung von Gewinnsteuerung. Gewinnsteuerung kann nicht di- rekt beobachtet werden.2 Um sie dennoch zu untersuchen, hat man unterschied- liche Stellvertretergrößen für Gewinnsteuerung entwickelt.3 Ihnen ist gemein, dass sie nur eine Approximation von Gewinnsteuerung sein können. Eine be- achtliche Bedeutung haben hierfür aggregierte Periodenabgrenzungsmodelle auf Basis der Unternehmensleistung gefunden, die im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen.4 Sie ist somit relevant für jede empirische Untersuchung von 1 Für die Auswirkungen von Messfehlern bei Gewinnsteuerung vgl. Dechow/Sloan/ Sweeney (1995), S. 195–197 und Dechow et al. (2012), S. 278–281. 2 Dass Gewinnsteuerung nicht direkt beobachtbar und durch eine externe Analyse nur schwer aufzudecken ist, gilt als Voraussetzung ihrer Wirksamkeit, vgl. Baetge/Ballwieser (1978), S. 526–530. 3 Für eine Übersicht vgl. Goncharov (2005), S. 37...

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