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Die Messbarkeit von Gewinnsteuerung mit Hilfe von Periodenabgrenzungen

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Sebastian Keßler

Dieses Buch beschäftigt sich mit Periodenabgrenzungsmodellen (accruals models), die zur Messung von Bilanzpolitik eingesetzt werden. Bestehende Ansätze wie das Jones- oder das McNichols-Modell weisen ein Endogenitätsproblem auf, wonach die erklärenden Variablen mit dem Fehlerterm einer Regressionsschätzung korrelieren. Dieses Problem wird zum Teil durch simultane Kausalität der Rechnungslegung hervorgerufen, die bei doppelter Buchführung durch das Berühren jeder Transaktion von mindestens zwei Konten vorliegt. Der Autor entwickelt zur Berücksichtigung dieses Aspekts ein Mehrgleichungsmodell, das auch Rechnungslegungsidentitäten erfasst. Er zeigt in einer Simulationsstudie für Unternehmen der EU mit Daten von 1995 bis 2011 durch den Modellvergleich, dass Periodenabgrenzungsmodelle nur bedingt zur Messung von Gewinnsteuerung geeignet sind.

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3. Möglichkeiten zur Messung von buchmäßiger Gewinnsteuerung

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23 3. Möglichkeiten zur Messung von buchmäßiger Gewinnsteuerung 3.1 Gesteuerte Periodenabgrenzungen als Indikator für Gewinnsteuerung Gesteuerte Periodenabgrenzungen können mit dem von McNichols/Wilson entwickelten statistischen Rahmenkonzept zur Messung von Gewinnsteuerung bestimmt werden.112 Der Ansatz von McNichols/Wilson spaltet dazu die Perio- denabgrenzungen in einen gesteuerten und in einen ungesteuerten Anteil auf:113 (3.1) ACCt = DAt + NDAt. ACCt ist der Summe aller Periodenabgrenzungen, also ACC1t + ACC2t + ACC3t + ACC4t + ACC5t. Die gesteuerten Periodenabgrenzungen (discretio- nary accruals) werden mit DAt und die ungesteuerten Periodenabgrenzungen (nondiscretionary accruals) mit NDAt abgekürzt. Die gesteuerten Perioden- abgrenzungen entsprechen ACC5t; entsprechend sind die NDAt als ACC1t + ACC2t + ACC3t + ACC4t definiert. Ein Nachweis für Bilanzpolitik kann folgende Regressionsgleichung liefern:114 (3.2) DA PARTt t t= + +α β ε . Die Indikatorvariable PARTt nimmt den Wert Eins an, wenn Gewinnsteue- rung angenommen wird; in allen anderen Fällen hat sie den Wert Null. Der Störterm, bezeichnet mit εt, erfasst die Schwankung der gesteuerten Perioden- abgrenzungen. Er hat einen Erwartungswert von Null und eine konstante Va- rianz. Die Indikatorvariable PARTt unterteilt die Stichprobe in Beobachtungen, in denen Gewinnsteuerung vermutet wird, und in Beobachtungen, in denen 112 Das hier vorgestellte Konzept basiert auf McNichols/Wilson (1988), S. 4–7 und wurde von weiteren Autoren übernommen: Dechow/Sloan/Sweeney (1995), S. 195–197; Kang/Sivaramakrishnan (1995), S. 354–356; McNichols (2000), S. 319–320; Hribar/ Collins (2002), S. 115–116 und Dechow et al. (2012), S. 278–281. Für das Kapitel 3 bestehen inhaltliche – und...

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