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Selbstwertgefühl sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen

Theorie und empirische Untersuchung

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Doreen Kolaschinsky

Die Studie befasst sich mit Dimensionen des Selbstwertgefühls sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen mit normalsehenden Personen. Die allgemeine Struktur, die Messung sowie situativ relevante Aspekte des Selbstwertgefühls in den Lebenswelten Schule, Familie und Freizeit stehen im Vordergrund. Überprüft wurde, ob die in der Theorie dargestellten Selbstwertgefährdungen zutreffen und mit der Beschulungsform Sonder-/Förderschule oder Regelschule sowie weiteren Faktoren wie Visus, Schulart usw. zusammenhängen. Die bundesweite Befragung bezog sich auf alle infrage kommenden Blinden- und Sehbehindertenschulen. Mit der Zahl von insgesamt 237 befragten Schülerinnen und Schülern handelt es sich um die bislang umfangreichste Studie zu diesem Thema.

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1 Konzeption der Studie und Forschungsanliegen

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1.1 Theoretischer Teil: Kapitel 2-4 Schulzufriedenheit und Lernerfolge hängen eng mit einem positiven Selbstwert- gefühl zusammen (Krause et al. 2004). Da Selbstzweifel und Misserfolgsanti- zipationen leistungshinderlich sein können und von einer motivationalen und verhaltenssteuernden Funktion von Selbstkonzepten auszugehen ist (Jerusalem 1993: 15), kommt dem Selbstwert eine besondere pädagogische Bedeutung zu. So empfi ehlt die KMK (1998: 188) erzieherische Hilfen zur Lebensbewältigung, psychischen Entwicklung, zur sozialen Kompetenz und bei der Bewältigung von Verletzungen des Selbstwertgefühls, die mit einer Sehschädigung verbunden sein können. Das Selbstwertgefühl lässt sich global und bereichsspezifi sch beschreiben. Selbstwert entsteht im Rahmen von Selbstbewertungsprozessen. Es handelt sich dabei um das emotionale Resultat aus Vergleichsprozessen zum einen zwischen einem realen Selbstkonzept und einem idealen Selbstkonzept und zum anderen zwischen dem Selbstbild und dem vermuteten Fremdbild. Das Selbstwertgefühl äußert sich in unterschiedlicher Höhe als positive Emotion der Zufriedenheit oder negative Emotion der Minderwertigkeit. Durch die Darstellung des komplexen Ge- genstands „Selbstwertgefühl“ auf den sich meist abzeichnenden Strukturebenen werden in Kapitel 2 die verschiedenen Perspektiven, die in der Betrachtung und im Erleben von sich selbst eingenommen werden können, deutlich (vgl. van der Werff 1990). Die Verknüpfung ausgewählter Konzeptionen unter diesem Aspekt gestattet es, sowohl ein durch Tradition begründetes als auch ein aktuelles Be- griffsverständnis deutlich zu machen und Determinanten des Selbstwertgefühls zu berücksichtigen. Bei der Messung des allgemeinen und bereichsspezifi schen Selbstwertgefühls ist die Anwendung der Fragebogenmethode üblich....

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