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Selbstwertgefühl sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen

Theorie und empirische Untersuchung

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Doreen Kolaschinsky

Die Studie befasst sich mit Dimensionen des Selbstwertgefühls sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen mit normalsehenden Personen. Die allgemeine Struktur, die Messung sowie situativ relevante Aspekte des Selbstwertgefühls in den Lebenswelten Schule, Familie und Freizeit stehen im Vordergrund. Überprüft wurde, ob die in der Theorie dargestellten Selbstwertgefährdungen zutreffen und mit der Beschulungsform Sonder-/Förderschule oder Regelschule sowie weiteren Faktoren wie Visus, Schulart usw. zusammenhängen. Die bundesweite Befragung bezog sich auf alle infrage kommenden Blinden- und Sehbehindertenschulen. Mit der Zahl von insgesamt 237 befragten Schülerinnen und Schülern handelt es sich um die bislang umfangreichste Studie zu diesem Thema.

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4 Situativ relevante Aspekte des Selbstwertgefühls von sehgeschädigten jungen Menschen in Interaktionen mit Nichtsehgeschädigten

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Auf der höchsten Ebene der Konkretheit bereichsspezifi scher Selbstwerte im hierarchischen Selbstwert-Modell kann von einem Selbstwertgefühl gesprochen werden, das unter dem Einfl uss sozialer Rahmenbedingungen in bestimmten Lebensbereichen von den Personen, mit denen interagiert wird, abhängig ist (Han- nover 1997; Youniss/Smollar 1990; Cooley 1902). In Interaktionen mit Nichtsehge- schädigten besteht die Tendenz, dass sich durch den Einfl uss negativer Zuschrei- bungen und kommunikativer Barrieren Bewertungsdiskrepanzen verschärfen (Tuttle 1984: 126) (4.1). Es soll Tendenzen einer Gefährdung des akademischen, sozialen und körperlichen Selbstwertes bei jungen sehgeschädigten Menschen nachgegangen werden, die sich bei Bewertungen des „Real-Idealselbst“ und „Selbstbild-Fremdbild“ in den für sie zentralen Interaktionsfeldern (Röder 1997: 4) Schule, Familie und Freizeit abzeichnen (4.2). Aktuelle Forschungen zur gesund- heitsbezogenen Lebensqualität von Schülern beziehen diese Umweltfaktoren ein (Ravens-Sieberer et al. 2007). Der Einsatz von Selbstwertstrategien und die Erwar- tung selbsteffektiven Verhaltens regulieren die Höhe dieses Selbstwertes (4.3). 4.1 Negative Zuschreibungen, kommunikative Barrieren und ihr Einfl uss auf das Selbstwertgefühl in Interaktionen 4.1.1 „Verzerrung“ des Fremdbildes vom blinden und sehbehinderten Menschen durch Vorurteile, Stereotype und Rollenzuweisungen Die Einschätzung des Erfolges und der Leistungsfähigkeit blinder Menschen ist aufgrund von Vorurteilen in fast allen Lebensbereichen gering (vgl. Weinläder 1985; 1974), z. B. Erstaunen über Mobilität in der Stadt ohne Begleitung (Denninghaus/ Rodney 1998: 40) oder über Berufsfähigkeit (Schlegel 1995: 95). Nicht selten be- steht der Eindruck geistiger Minderwertigkeit oder Schwerhörigkeit (Köffl er 1995: 27; Glofke 1983: 23;...

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