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Gernika / «Guernica» als Erinnerungsort in der spanischsprachigen Literatur

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Benjamin Inal

Das Buch befasst sich mit der Repräsentation des Erinnerungsortes Gernika in der spanischsprachigen Literatur. Die Bombardierung der baskischen Kleinstadt im Jahre 1937 stellt ein herausragendes Ereignis des Spanischen Bürgerkriegs dar. Für die Künste lässt sich an Pablo Picassos Gemälde Guernica (1937) und dessen Rezeptionsgeschichte ablesen, zu welchem Politikum die Bombardierung mit der Zeit avancierte. Der Autor untersucht erstmalig und umfassend die Repräsentation des Ereignisses in spanischsprachigen Dramen- und Prosatexten. Seine Analysen machen weite kulturgeschichtliche Kontexte zugänglich und illustrieren, inwiefern die Zerstörung Gernikas für die Zeit von 1937 bis heute einen wirkungsvollen Erinnerungsort für baskische, spanische und transnationale Bezugsgruppen darstellt.

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Kapitel 1: Einleitung

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Also kann ich immer nur von etwas sprechen, das von etwas anderem spricht und so weiter, während das letzte Etwas, das wahre, niemals da ist? Umberto Eco Der Name der Rose Gernika/Guernica1 ist (beinahe) überall. So könnte ein Fazit nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema lauten. Beispielsweise ist im Berliner Stadtteil Zehlendorf seit Ende 1998 der Guernica-Platz zu finden, eine Referenz auf die Zerstörung der für das Baskenland symbolträchtigen Kleinstadt im Jahre 1937, worüber ein Schild in deutscher Sprache vor Ort informiert. Für viele der Milli- onen Besucherinnen und Besucher der Hauptstadt ohne deutsche Sprachkennt- nisse wäre dieser Ort jedoch höchtswahrscheinlich als Hommage an eines der bekanntesten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts zu verstehen, nicht aber als Form der Erinnerung an die Bombardierung der baskischen Kleinstadt. Ihnen würde wohl auch die Verbindung zur Spanischen Allee entgehen, an deren Kreuzung zur Breisgauer Straße sich der Guernica-Platz befindet. Die ehemalige Wannsee- straße wurde im Juni 1939 in Spanische Allee umbenannt, als (zu damaliger Zeit inoffizielle) Kriegsheimkehrer der ‚Legion Condor‘ während einer Siegesparade feierlich in Berlin empfangen wurden. Hitlers ‚Legion Condor‘ kämpfte aufsei- ten der Aufständischen in Spanien und war unter anderem für die Bombardie- rung Gernikas am 26. April 1937 mitverantwortlich, als knapp drei Viertel der 1 Im Folgenden wird die baskische Schreibweise ‚Gernika‘ verwendet, um den Erinnerungsort in seiner gesamten symbolhaften Vielschichtigkeit zu bezeichnen, während die kursivierte spanische Schreibweise ‚Guernica‘ der Bezeichnung von Picassos...

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