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Gernika / «Guernica» als Erinnerungsort in der spanischsprachigen Literatur

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Benjamin Inal

Das Buch befasst sich mit der Repräsentation des Erinnerungsortes Gernika in der spanischsprachigen Literatur. Die Bombardierung der baskischen Kleinstadt im Jahre 1937 stellt ein herausragendes Ereignis des Spanischen Bürgerkriegs dar. Für die Künste lässt sich an Pablo Picassos Gemälde Guernica (1937) und dessen Rezeptionsgeschichte ablesen, zu welchem Politikum die Bombardierung mit der Zeit avancierte. Der Autor untersucht erstmalig und umfassend die Repräsentation des Ereignisses in spanischsprachigen Dramen- und Prosatexten. Seine Analysen machen weite kulturgeschichtliche Kontexte zugänglich und illustrieren, inwiefern die Zerstörung Gernikas für die Zeit von 1937 bis heute einen wirkungsvollen Erinnerungsort für baskische, spanische und transnationale Bezugsgruppen darstellt.

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Kapitel 2: Theoretische Perspektiven: Erinnerungen, Diskurse, Divergenzen und das Medium Literatur

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Die vorliegende literaturwissenschaftliche Studie setzt sich zum Ziel, über den engen Gegenstandsbereich zum Beispiel werkimmanent analysierender Arbei- ten hinaus zu gehen und sich kulturwissenschaftlichen, das heißt hier insbe- sondere gedächtnis- und identitätstheoretischen Fragestellungen zu öffnen. In diesem Zusammenhang soll diese Untersuchung zwischen zwei Positionen ver- ortet werden, die von Wilhelm Voßkamp bzw. Siegfried J. Schmidt vorgeschla- gen wurden. Während Voßkamp – die Bedeutung der Literaturwissenschaften herausstellend – für eine „kulturwissenschaftlich orientierte Literaturwissen- schaft“ (Voßkamp 2003, 81) plädiert, geht Schmidt darüber hinaus, indem er die Literaturwissenschaft einer Medienkulturwissenschaft unterordnet, die nicht fixiert [ist] auf einzelne Medienangebote oder bestimmte kulturelle Phänomene, sondern versucht, die Mechanismen zu ergründen, die unseren Umgang mit solchen Phänomenen bestimmen, die wir aus guten Gründen für kulturelle Phänomene halten, und dabei möglichst genau die Rolle der Medien zu explizieren. (Schmidt 2003b, 353)16 Freilich betont auch Schmidt, die Literaturwissenschaften und die von ihnen entwickelten Instrumente und Kompetenzen seien keinesfalls obsolet geworden, sondern vielmehr konstitutive Bestandteile der entsprechenden Analysen. Diese Positionsbestimmungen der literaturwissenschaftlichen Disziplin stel- len den Ausgangspunkt für die folgende Skizzierung eines grundlegenden the- oretischen Gerüsts dar, auf dem diese Studie basiert und das sich durch eine in verschiedene Richtungen zielende disziplinäre Öffnung auszeichnet. 2.1 Künstlerisch erzeugte Welten und Wirklichkeiten Bevor in diesem Zusammenhang Überlegungen zur spezifischen Bedeutung des Mediums Literatur angestellt werden, soll zunächst auf das konstruktivistisch ge- prägte Wirklichkeitsverständnis, auf dem diese Arbeit fu...

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