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Mediation im Gesundheitswesen

Außergerichtliche Streitbeilegung bei Arzthaftungskonflikten

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Catharina Herzog

Mediation gewinnt an öffentlicher Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung. Stetig werden neue Anwendungsbereiche erschlossen. Im Bereich des Arzthaftungsrechtes ist sie allerdings noch weitgehend unbekannt. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob Mediation auch in Arzt-Patient-Konflikten eine gleichwertige Streitbeilegungsmöglichkeit neben den gerichtlichen Verfahren sowie den Verfahren der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Landesärztekammern sein kann. Im Fokus stehen dabei sowohl die theoretische Geeignetheit der Mediation im Bereich des Arzthaftungsrechtes als auch ihre praktischen Umsetzungschancen. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse setzt sich die Autorin mit den Grenzen des Verfahrens und seinen Anwendungsmöglichkeiten eingehend auseinander.

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Kapitel 7: Umsetzungsmöglichkeiten

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A. Einführung Nachdem in Kapitel 5 und 6 die theoretische Eignung und praktische Durchführbar- keit von arzthaftungsrechtlichen Mediationen ausgelotet wurden, soll nun auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten eingegangen werden. Hierfür wird zunächst erläutert, ob Mediationen im Arzthaftungsrecht neue Methoden erfordern. Die Rolle des Par- teianwalts im Rahmen der Vorbereitung arzthaftungsrechtlicher Mediationen wird im nächsten Schritt beleuchtet. Sodann wird der mögliche Aufbau eines solchen Verfahrens unter besonderer Berücksichtigung des Parteianwalts skizziert. Die Mög- lichkeiten einer Institutionalisierung arzthaftungsrechtlicher Mediationsverfahren schließen das Kapitel ab. B. Erfordert Mediation im Arzthaftungsrecht neue Mediationsmethoden? Im Rahmen einer arzthaftungsrechtlichen Mediation bestehen im Wesentlichen vier Besonderheiten, welche der Mediator würdigen sowie in seine Vorgehensweise einbeziehen muss: Zum einen hat der Mediator seinen Fokus auf die Klärung der Missverständnisse zwischen Arzt und Patient zu legen und den Kommunikationsfluss zwischen den Parteien zu fördern. Zugleich muss er während des gesamten Verfahrens darauf achten, dass der Patient durch seinen Wissensrückstand nicht in eine untergeordnete Rolle gedrängt wird und ihm dadurch eine fremdbestimmte Lösung auferlegt wird. Somit hat der Mediator dafür einzutreten, dass ein bestehendes Machtungleichgewicht zwischen den Parteien abgebaut wird. Mit dieser Aufgabe ist die Erörterung des ggf. eingeholten bzw. einzuholenden Sachverständigengutachtens eng verknüpft. Der Mediator bzw. Co-Mediator hat eine verständliche Wiedergabe der Ergebnisse sicherzustellen, sodass insbesondere der Patient ihm als medizinischer Laie folgen kann. Hieraus resultiert die Heraus- forderung des Mediators, eine Balance zwischen neutralem, beiden Parteien gleich...

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