Show Less

Paradoxe Ergebnisse von Mehrheitsentscheidungen

Ein aktueller Disput aus der Gründerzeit der modernen aufgeklärten Demokratie

Wolfgang Gerß

In diesem Buch geht es um demokratische Mehrheitsabstimmungen, von denen der Marquis de Condorcet im 18. Jahrhundert bemerkte, dass sie zu nicht umsetzbaren («paradoxen») Beschlüssen führen können, auch wenn die einzelnen Entscheidungsträger «vernünftig» (rational) denken und handeln. Dieses Phänomen ist bis in die Gegenwart ein Forschungsgegenstand von Sozialwissenschaftlern und Mathematikern. Die gegenwärtige Forschung hat ein Instrumentarium zur Beurteilung der Anfälligkeit gegen das Paradoxon für verschiedene Prozeduren von Mehrheitsentscheidungen geliefert. Hier werden einige Prozeduren in mathematischen Modellen dargestellt. Das Buch beschreibt ausführlich einzelne Schritte der Konstruktion dieser Modelle und demonstriert die empirische Auswertung mit leicht anwendbaren Verfahren der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Eine Fabel von Äsop als Auftakt

Extract

In das sechste vorchristliche Jahrhundert wird der Ursprung einer bis zur Spätantike auf über dreihundert Fabeln angewachsenen Literatursammlung gelegt, in der als Held und Erzähler ein historisch nicht identifizierbarer Sklave mit dem Namen Äsop auftritt („Äsopische Fabeln“). In einer dieser Fabeln, die sehr berühmt geworden ist, wird unter dem Titel „Der Müller, sein Sohn und ihr Esel“ berichtet, wie diese drei Akteure auf dem Weg zu einem anderen Ort von verschiedenen anderen Wanderern angesprochen werden und deren Ratschläge und Ermahnungen befolgen. Diese Fabel liegt mit der Überschrift „Der Waldbruder mit dem Esel“ in der poetischen gereimten Fassung der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Nachdichtung des Nürnberger Dichters Hans Sachs („Schuhmacher und Meistersinger“) vor („Der Neue Äsop – eine klassische Fabelsammlung von Lessing, Gel- lert, Pfeffel und Anderen“, dritte Auflage, Verlag der Gebrüder Gerstmann, Berlin 1878, S. 28–33; Auszug): Vor Jahren wohnt‘ in einem Wald Ein Waldbruder von Jahren alt, Der sich der Wurzeln nähren thät, Derselb ein jungen Sohne hett In dem Alter von zwanzig Jahrn, Der war einfältig, unerfahrn. : : Legt an den Vater große Bitt‘, Der es doch lang zuwider rieth. Zuletzt er überredet ward Und macht sich mit ihm auf die Fahrt Und führen ihren Esel mit Ledig, keiner darauf ritt. Im Walde bekam ihn’n ein Kriegsmann. Der sprach: „Wie laßt ihr ledig gan Den faulen Esel hie allein, Ihr dünkt mich fast nicht witzig sein, Daß euer keiner auf ihm reit‘.“ 14 : : Der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.