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Form und Funktion von Fragesätzen in afrikanischen Sprachen

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Bernhard Köhler

Dieses Buch beschäftigt sich mit Fragesätzen in afrikanischen Sprachen, von denen einige bei dieser Satzart im Gegensatz zu anderen Sprachen der Welt nicht die gleichen verbreiteten Merkmale wie etwa eine höhere Intonation, Fragepartikeln oder nach links verschobene W-Wörter aufweisen. Solche Abweichungen werden bei der Theoriebildung nicht beachtet. Das Buch versammelt einschlägige Daten aus mehr als einhundert Sprachen. Faszinierende Phänomene wie Fragetieftöne, nach rechts verschobene W-Wörter, morphologisch reduzierte Fragesätze oder W-Verben werden auf breitem Raum diskutiert. Dieses typologische Nachschlagewerk wendet sich gegen zu einseitig formulierte linguistische Theorien sowie Universalien und hinterfragt somit letztlich die Merkmale von Sprache überhaupt.

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1. Einleitung

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Thema der vorliegenden Dissertation ist – wie der Titel bereits andeutet – die „Form und Funktion von Fragesätzen in afrikanischen Sprachen“. Entstan den ist die Idee zu dieser Doktorarbeit zunächst aufgrund der Tatsache, dass besagtes Thema noch nicht so umfassend behandelt wurde. Es passte auch gut in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Gradu iertenkolleg „Satzarten: Variation und Interpretation“ hinein, in dem der Autor dieser Zeilen von Mai 2004 bis April 2007 Stipendiat war. Fragesätze sind ja neben Aussagesätzen und Befehlssätzen (die Fachbegriffe hierfür sind Interrogative, Deklarative und Imperative) eine der drei kanonischen Satz arten. Als deutsche Beispiele können die drei Äußerungen „Gehst du?“, „Du gehst.“ und „Geh!“ gelten, in deren Schriftformen bereits das Fragezei- chen, der Punkt und das Ausrufezeichen auf die Satzart hinweisen. Die sicherlich weite Verbreitung dieser drei Satzarten soll allerdings nicht implizieren, dass alle Sprachen der Welt sie haben müssten. Abweichungen von als universal betrachte- ten Annahmen sind nämlich nie ausgeschlossen – dies wird die vorliegende Arbeit anhand afrikanischer Sprachen vielfach zeigen. Gerade weil es auf der Welt so viele Sprachen gibt, können allgemeine Aussagen einfach nicht alle von ihnen erfassen (siehe dazu auch Kapitel 1.4). Nun geht es darum, die „Form und Funktion“ der Satzart Fragesätze zu untersu- chen. Unter „Form“ soll dabei alles verstanden werden, was Frage sätze in einzelnen Sprachen aus phonologischer, morphologischer, syntakti scher oder lexikalischer Sicht kennzeichnen kann. Gegenüber einem traditio nelleren Formbegriff ist der hier angenommene somit...

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