Show Less

Das publizistische und literarische Werk Margarita Nelkens

Engagement, Gesellschaftskritik und Genderproblematik

Series:

Manuela Franke

Die Autorin behandelt erstmals umfassend sowohl die Person als auch das Werk der Schriftstellerin und Politikerin Margarita Nelken (1894–1968). Diese fand bislang hauptsächlich aufgrund ihres politischen und sozialen Engagements in der Zweiten Republik Spaniens, im Spanischen Bürgerkrieg und während ihres Exils in Mexiko Beachtung – ihre zahlreichen publizistischen und literarischen Texte blieben dagegen weitgehend unberücksichtigt. Die Autorin untersucht auch bisher unbekannte Texte und stellt die enge Verbindung zwischen den literarisch-künstlerischen und den politischen Schriften Nelkens heraus. Ihr Augenmerk gilt dabei den verschiedenen Formen von Nelkens Kritik an der Gesellschaft und insbesondere an den herrschenden Geschlechterverhältnissen vor und während des Exils.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil II: Die literarischen Werke Margarita Nelkens

Extract

177 In einem Vortrag, den Margarita Nelken über die Literatur der Romantik hält, formuliert sie: Quien crea que la literatura, más, el arte en general, puede ser desligado de lo que hoy se llama la emoción política, ignora que aún el momento literario o artístico cuyas inter- pretaciones aparecen más subjetivas, siempre, en todo país y en todas las épocas, fué una expresión paralela de los impulsos de la vida nacional. Ciñendonos a la pura creación literaria, basta bucear, por levemente que sea, en sus causas directas, para ver como, casi sin excepción, no es sino un reflejo – un reflejo más – de estas causas.630 Deutlich zeigt sich, dass Nelkens Auf fassung von Literatur bereits Aspekte der später von Sartre formulierten Theorie des engagierten Schreibens beinhaltet: So sieht sie beispielsweise Literatur als Spiegel, als „reflejo“631 der real existierenden Gesellschaft, wobei sie den Schwerpunkt auf die Politik legt. Diese Funktionsbestimmung von Literatur kann um die Theorie Löwenthals erweitert werden, der darauf verweist, dass sich während des schöpferischen Schreibprozesses zahlreiche – vom Autor gewollte oder unabsichtlich entstandene – Bedeutungsebenen ergeben. Das Erfindung von Geschehenszusammenhängen, die Beschreibung von Ereignissen, die Festlegung der Beziehungen der Charakte- re zueinander und die Hervorhebung bestimmter Werte liegen dabei in der Hand des Schreibenden. Durch die Auswahl der Figuren, Handlungen und des Settings stellt er „ausdrücklich oder implizit den Standort des Menschen innerhalb seiner Gesellschaft dar […]: Privilegien und Verpflichtungen von Klassen;...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.