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Die Quantenversion der Gestaltung

Zeitlose Gestaltung als Übertragung der Unschärferelation am Beispiel der Landschaftsarchitektur

Anita Biedermann

Die Autorin bietet einen Lehransatz für Landschaftsarchitektur. Sie untersucht das zeitlose Muster großer Meister der Gartenkunst und führt das Prinzip der Gestaltung auf quantentheoretische Anordnungen zurück. Diese führen zur Ersetzung der ästhetischen Gestaltungsprinzipien durch das Evolutionsprinzip des Ausgleichs und der Kooperation. Durch Kohärenzbetrachtungen insbesondere der Biologie der Erkenntnis, der bildenden Kunst, der Architektur und der Kreativitätsforschung wird jedes Detailwissen mit der Gesetzmäßigkeit komplexer nichtlinearer Prozesse verbunden. Inmitten des Wandels wird so die Kontinuität zurückgewonnen – ein Denkansatz, der durch seine größere Flexibilität, bemerkenswerte Reichweite und Prägnanz der Gestaltung einen Durchbruch schafft.

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Einführung

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Mit dem Zerfall des einstigen Da-Vinci-Pluralismus, der sich über viele Jahr- hunderte über die fortwährende Arbeitsteilung vollzog, änderte sich das Selbst- verständnis von Kunst und Wissenschaft. Für die Künstler der Renaissance war es noch selbstverständlich, zugleich Wissenschaftler, Forscher und Techniker zu sein. Seit der Trennung beider Bereiche zelebriert die Wissenschaft per Konven- tion den Exklusivanspruch in der Wahrheitssuche, wobei der Kunst die rein sub- jektive, ästhetische Sicht auf die Welt zugeteilt wird. Wie wir später noch sehen werden, ging es den Künstlern der klassischen Moderne keineswegs um eine subjektive Sicht der Welt, sondern sie waren ähnlich wie Naturwissenschaftler an einem gesetzmäßigen Allgemeinen interessiert. Im Unterschied zur klassi- schen Wissenschaft, die in ihrer konventionell festgefahrenen Wahrheitssuche jeglichen inneren Sinnzusammenhang verloren hat, perfektionierte die klassi- sche Moderne jedoch ihren inneren Bezugsrahmen, dessen Wert darin liegt, dass er die Grundlage liefert, die Menschen zu bewegen und ihrem Leben Sinn und Einsichten zu verleihen. Dagegen sind für die klassische Wissenschaft Themen tabu, die sich damit beschäftigen, wie zum Beispiel Menschen ihr Gefühl der Sinnhaftigkeit und der Handhabbarkeit ihrer eigenen Lebensgestaltung nicht verlieren, die für ihr Überleben elementar sind – man denke an die erschrecken- de Zunahme von depressiven Erkrankungen. Wie jede antagonistische Betrachtungsweise gegeneinander gerichtete Wir- kungsweisen erzielt, die stets zu ungünstigen Lebensbedingungen führen, trifft dies auch im hohen Maße auf die Trennung von Kunst und Wissenschaft zu. Ein wertschätzendes Vergleichen beider Fachbereiche, um mit deren verschiedenen Potenzialen so...

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