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Die Quantenversion der Gestaltung

Zeitlose Gestaltung als Übertragung der Unschärferelation am Beispiel der Landschaftsarchitektur

Anita Biedermann

Die Autorin bietet einen Lehransatz für Landschaftsarchitektur. Sie untersucht das zeitlose Muster großer Meister der Gartenkunst und führt das Prinzip der Gestaltung auf quantentheoretische Anordnungen zurück. Diese führen zur Ersetzung der ästhetischen Gestaltungsprinzipien durch das Evolutionsprinzip des Ausgleichs und der Kooperation. Durch Kohärenzbetrachtungen insbesondere der Biologie der Erkenntnis, der bildenden Kunst, der Architektur und der Kreativitätsforschung wird jedes Detailwissen mit der Gesetzmäßigkeit komplexer nichtlinearer Prozesse verbunden. Inmitten des Wandels wird so die Kontinuität zurückgewonnen – ein Denkansatz, der durch seine größere Flexibilität, bemerkenswerte Reichweite und Prägnanz der Gestaltung einen Durchbruch schafft.

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Die Parameter der Relativität der Farbwirkung

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Farbregeln im klassischen Sinne sind identisch mit physikalischen Untersu- chungsinteressen, die sich auf isolierte, messbare optische Eigenschaften von Farben beschränken. Von dieser physikalischen “Farbwirklichkeit“ ist das Inte- r esse für die emotionale Wirkung von Farbe zu unterscheiden. Deren Wir- kungsweise wird kulturhistorisch und aus den Naturerfahrungen abgeleitet und gehört in das Gebiet der expressiven Farbwirkung. Ein weiteres Interessenge- biet stellt die impressive Farbenlehre dar, bei der es um die Veränderungen der Körperfarben durch unterschiedliche Lichtverhältnisse geht. Allen Betrachtungen ist gemeinsam, dass sie entweder nur subjektive Beob- achtungen zulassen oder sich auf physikalische Messwerte isolierter Farbwerte beziehen, die nichts über die Relativität der Farbwirkung beziehungsweise den allgemeingesetzlichen Zusammenhang einzelner Interventionsschritte und ih- rer Gesamtwirkung aussagen. Dieser Zusammenhang ist weder physikalisch messbar, noch optisch zugänglich, und dennoch sieht der ästhetische Ansatz die sinnliche Wahrnehmung als das Instrument der Gestaltung an, deren Erkennt- niswert bereits Platon mit seinem Höhlengleichnis in Frage stellte. Insofern ist es nicht besonders verwunderlich, dass bis heute der Kunst der Ruf des Subjektiven anhaftet. Wie bereits im Kapitel über das Selbstverständnis der klassischen mo- dernen Malerei diskutiert, wird dies den meisterhaften Darstellungen der Kunst nicht gerecht. Im Falle dieses Idealbeispiels von Kunst und einem nichtlinearen Wissenschaftsmodell wird die Parallelität von Wissenschaft und Kunst deutlich erkennbar. Aus der Rückführung der Gestaltung auf quantentheoretische An- ordnungen resultiert eine gestalterische Formel, die in sich ähnlich stimmig ist wie von einer quantentheoretischen kompakten Formel erwartet wird – nur der Stoff ist...

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