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Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien

Zeitungsstrukturen und politische Schwerpunktsetzungen

Johann Böhm

Der Autor stellt den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zwischenkriegs- und Kriegszeit dar. Er nennt repräsentative Journalisten der erwähnten deutschen Volksgruppen, die es mit ihren Berichten und Kommentaren meisterhaft verstanden, den Kampf um die Macht, die Machtergreifung sowie Ausbau und Sicherung der Macht der NS-Erneuerungsbewegung salonfähig zu machen. Der Autor legt die historischen Sachverhalte und Ereignisse, die bestimmenden Personen und die wichtigsten Einrichtungen im Pressewesen während der Hitler-Diktatur nach Möglichkeit zeitungskundlich fest. Es wäre tief bedauerlich und unverantwortlich, wenn die Sorgen dieser deutschen Volksgruppen nach 1945 die Erfahrungen mit der gleichgeschalteten Presse allzu schnell vergessen ließen.

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I. Die Anfänge der NS-Presse und ihr Gegenpol im deutschen Siedlungsraum von Rumänien von 1922 bis 1940

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1I. Die Anfänge der NS-Presse und ihr Gegenpol im deutschen Siedlungsraum von Rumänien von 1922 bis 1940 Einleitung Die Rolle, die die deutsche Presse nach 1919 im neu entstandenen Staat Rumänien spielte, ist in historischen und politischen Untersuchungen bisher kaum beachtet worden. Nicht nur in geschichtlichen Untersuchungen fehlen jegliche Hinweise über die Bedeutung der Massenmedien. Es ist nachvoll- ziehbar, dass das Wissen, ob und in welcher Weise die deutsche Presse bei der Zerstörung der traditionellen liberal-konservativen Volksführung und der jahrhundertealten Traditionen mitwirkte, mehr auf Vermutungen als auf gesicherten Erkenntnissen beruht. Dies ist auf vielfältige Gründe zurückzuführen. Schon allein der Umstand, dass in den letzten Jahren vor der Machtergreifung Hitlers eine Vielzahl von Zeitungen im deutschen Sied- lungsraum von Rumänien erschienen, macht die ausführliche Untersuchung ihrer Wirkung zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Es besteht ein Konsens darüber, dass die Presse eine gesellschaftliche Kontroll- und Leuchtturmfunktion innehat, indem sie Mächtige aus Wirt- schaft und Politik beaufsichtigt und Skandale, Korruption, Versagen und Seilschaften nachweist. Soziale Werte und Traditionen, Gemeinschaftssinn und kulturelle Identitäten einer Gesellschaft werden kommuniziert und beeinflusst.1 Nach dem Ersten Weltkrieg besaß die deutsche Presse in Ru- mänien weitgehende Freiheit, war jedoch an staatliche Bindungen geknüpft. Die liberal-konservativen Tendenzen lebten im „Siebenbürgisch-Deutschen Tageblatt“, der „Kronstädter Zeitung“, der „Bistritzer Deutschen Zeitung“, der „Banater Deutschen Zeitung“ und in der „Temeswarer Zeitung“ so- wie in anderen Lokalzeitungen bis 1933 weiter. Nach 1933 gerieten auch sie...

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