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Islamisches Recht in Theorie und Praxis

Neue Ansätze zu aktuellen und klassischen islamischen Rechtsdebatten

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Edited By Mouez Khalfaoui and Bülent Ucar

Spielt das islamische Recht noch eine Rolle im Leben und Denken gegenwärtiger Muslime? Was kann man von der Scharia noch umsetzen? Wie steht die Scharia mit säkularem Recht im Verhältnis? Sind die Maqasid noch anwendbar? Diese Fragen werden von Laien-Muslimen sowie Experten häufig gestellt. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen Einblick in die innerislamische Debatte über das islamische Recht und seine Rolle im Leben gegenwärtiger Muslime. Dabei sind mindestens zwei Hauptansätze von besonderer Bedeutung: im ersten Teil werden die Fragen der Entstehung, Definition und Entwicklung des islamischen Rechts debattiert. Der zweite Teil ist dem Thema Maqasid gewidmet. Hierbei werden bedeutende Abschnitte aus arabischen Quellen ins Deutsche übersetzt. Somit wird in diesem Buch eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie zwischen Theorie und Praxis geschlagen.

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Warum Gott die Menschen durch die Offenbarung seiner Weisungen in die Pflicht nimmt nach der Darlegung des ʾAbū ʾIsḥāq ʾIbrāhīm b. Mūsā aš-Šāṭibī (gest. 790 A.H.) in seinen al-Muwāfaqāt, II, 4

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übersetzt von Jens Bakker Zur Textgrundlage Der Text, welcher der Übersetzung zugrunde liegt, wurde der sechsbändigen kritischen Ausgabe von ʾAbū ʿUbaydah Mašhūr b. Ḥasan ʾĀl Salmān: aš- Šāṭibī, ʾ Ibrāhīm b. Mūsā b. Muḥammad, al-Laḫmī, ʾ Abū ʾ Isḥāq, al-qʿallāmah al-muḥaqqiq, (gest. 790 A.H.), al-Muwāfaqāt, erste Auflage, al-Ḫubar: Dār Ibn ʿAffān li-n-Našr wa-t-Tawzīʿ 1417/1997, entnommen.1 Der vierte Abschnitt: Über die Frage, warum Gott den Menschen durch die Offenbarung seiner Weisungen in die Pflicht nimmt. عبارلا عونلا لوخد يف عراشلا دصق نايب يف ةعيرشلا ماكحأ تحت فلكملا [Die erste Fragestellung] [ىلولأا ةلأسملا] 1 Vgl. Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, Hadith-Nr. 6770. Am Ende der Überlieferung sagte der Prophet: „Nur aufgrund der herabgesandten Verse aus dem Buch Allahs [Sure 24, Verse 6–9] unterlasse ich ihre Bestrafung.“ aš-Šāṭibīy, übers. v. Jens Bakker138 Dieser Abschnitt umfasst mehrere Fra- gestellungen: Die erste besteht in der Dar- legung dessen, dass die Offenbarung uns mitteilt, dass sie dazu erfolgt ist, den vor Gott Verantwortlichen seinen Neigungen zu entreißen, damit er durch seine eigene Wahl Diener Gottes werde, nachdem er dies gezwungen [nämlich im Hinblick auf alles, was nicht seiner Wahl unterworfen ist] ohnehin schon ist. Dafür lassen sich etliche Belege anführen: :ىلولأا ةلأسملا :لئاسم ىلع لمتشيو ةعيرشلا عضو نم يعرشلا دصقملا ىتح ،هاوه ةيعاد نع فلكملا جارخإ وه امك ،ارايتخا لله ًادبع نوكي ىلع ليلدلاو .اًرارطضا لله دبع :رومأ كلذ Zunächst [verweisen] eindeutige Aus- sagen der Offenbarung [darauf], dass die Menschen geschaffen wurden, um Gott anzubeten und seinen Geboten und [II, 290] Verboten Folge zu leisten, wie z.B. das Wort Gottes des Erhabenen: „Ich habe die Geister und Menschen zu nichts anderem geschaffen, als mich anzubeten,...

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