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Bilder Belgiens verstehen

Politische und kulturelle Zusammenhänge – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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Marieke Gillessen

Das Buch behandelt die politische und kulturelle Situation Belgiens aus verschiedenen Blickwinkeln. Das kleine Land mit den drei Sprachgruppen und den unterschiedlichen cultural networks bildet ein hochkomplexes System und ist für Außenstehende schwer durchschaubar. Auf der Basis von Interviews, einer Datenerhebung sowie einer Comic-Analyse beleuchtet die Autorin kritisch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen frankophonen und niederländischsprachigen Belgiern. Vor dem Hintergrund der historisch-politischen Entwicklung stellt sie die Frage, ob zwei unabhängige Kulturen innerhalb des Landes existieren. Ihr besonderes Interesse gilt dabei den Auswirkungen der strukturellen Asymmetrie und des politischen Systems auf die Identität.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

„Ces stéréotypes récurrents, tout le monde les connaît bien: l’accent, la bière, l’imbécillité prétendue des Belges, les moules frites, le chocolat, la Bande Dessinée […].“1 Soweit das gängige Bild, das viele Länder, so auch das deutsche Nachbarland, von Belgien haben. Stark popularisierend dargestellt, wie bei Stereotypen üblich, und viele wichtige Aspekte ausklammernd. Belgien macht es dem Besucher nicht unbedingt leicht, das Land zu erfassen. Das politische System ist komplex, vielschichtig und wird selbst innerhalb des Landes nicht durchgehend verstanden. Für Außenstehende wiederum ist die Komplexität, die durch die Mehrsprachigkeit, die asymmetrische Aufteilung in subnationale Entitäten und durch unterschiedliche Identifikationsbezugspunkte entsteht, schwer zu durchschauen. Unverständnis und die Entstehung von stark simplifizierten Stereotypen sind die Folgen. Dies ist bedauernswert, bietet das Land doch viele äußerst interessante Facetten auf politischer und kultureller Ebene, die es zu kennen lohnt. Um das Verständnis des Landes Belgien zu fördern, wurde ein interdisziplinärer Forschungsansatz gewählt, der die politikwissenschaftliche Herangehensweise mit der kulturwissenschaftlichen verbindet. Nur so kann der Komplexität des Untersuchungsgegenstandes, der hochgradigen Verquickung von politischem System, Identitätsgefühl und kulturellen Orientierungen, Genüge getan werden. Eine eindimensionale Betrachtung der belgischen Kultur(en) verbietet sich.

Motivation der Arbeit sind sowohl die aktuelle politische Situation nach der langen regierungslosen Zeit von April 2010 bis Dezember 2011, die Fragen zu deren Ursprung aufwirft, als auch der Eindruck, dass...

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