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Sterben, Tod und Trauer im Bilderbuch seit 1945

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Margarete Hopp

Die Studie befasst sich mit dem Erzählen vom Tod im Bilderbuch in historischer und gattungstheoretischer Perspektive und bildet anhand eines Textkorpus’ von 287 deutschen bzw. ins Deutsche übersetzten Titeln die Entwicklung von 1945 bis 2011 ab. Entwickelt wird ein narratologisches Modell der Bilderbuchanalyse, das unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten der Sterbeforschung in den Einzelanalysen zur Anwendung kommt. Die Untersuchung fächert ein breites Spektrum von Motiven, von realistischen und phantastischen, religiösen und philosophischen Darstellungskonzepten auf. Eine besondere Rolle spielen Bilderbücher über das Sterben und den Tod von Kindern und die daran nachgewiesene Subgattung des psychologischen Bilderbuchs.
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III. Zur Theorie des Bilderbuchs

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III.   Zur Theorie des Bilderbuchs

III.1   Das Verhältnis von Sprach- und Bildebene – der Ikonotext

Das Bilderbuch ist ein „Genre der KJL, das durch die Wechselbeziehung von Bild und Text charakterisiert ist und sich durch ein Erzählen in bzw. mit Bildern auszeichnet“ (Blei-Hoch 2006, 56f.; s. a. Nodelman 1988; Nikolajewa/ Scott 2001; Thiele 2011 u. a.).40 Eine Sonderform stellen die textfreien Bilderbücher dar, die ausschließlich in Bildern erzählen. Neben der quantitativen Bilddominanz (vgl. Grünewald 1991, 17) kann aber auch die „epische Narrativität“ (Zöhrer 2010, 101) der Bilder41 für eine Gattungszuweisung bestimmend sein. „Bild wird hier im erweiterten Sinne der Bildwissenschaft verstanden: ein Bild ist ein gestaltetes visuelles Angebot ästhetischen und geistigen Gehalts.“ (Grünewald 1989, 5) Der Begriff „Erzählbild“ (Zöhrer 2010, 103) impliziert den narrativen Charakter des Bilderbuchbildes und setzt sich damit deutlich von den Illustrationen im Kinderbuch ab, die lediglich eine schmückende, entbehrliche Zugabe zur verbal erzählten Geschichte darstellen und entsprechend als Paratext oder „paratextuelle Illustration“ (ebd., 102) bezeichnet werden können. Unscharf wird die Grenzziehung zwischen Bilderbuch und illustriertem Kinderbuch aber immer dann, wenn die Bilder eine eigene erzählerische Qualität aufweisen und einen Beitrag zum Erzählganzen leisten, obwohl der Verbaltext aufgrund seines Umfangs autonom wirkt. Diese Unschärfe ist für jeden Einzelfall zu klären. Auch die Fülle der Möglichkeiten, Geschichten in verschiedenen Bildstilen wie Collage, Graphik oder Malerei, Karikatur, Fotorealismus,...

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